FiscXhs phantastische Geschichten ist das erste Buch von "Mr. Schelms" FRANZ KERN.
Das Buch des Autors ist im Eigenverlag erschienen und wurde 2000 nach Chr. in Berlin hergestellt. Es beinhaltet eine Sammlung experimenteller Darstellungen von Geschichten, Filmdrehbüchern, sowie Gedichten und Novellen. Das X im Künstlernamen FiscXs steht für phänomenale Geschichten der Metaphysik, ähnlich der bekannten,leider sehr depressiven amerikanischen Tv Serie Namens Akte X. Anfragen für Veröffentlichungen und Verwendungen der Texte unter Kontakt.
Folgende Auszüge sind auf dieser Site präsentiert.:
"Des Ritters Leid"

"Die Geschichte der Sammler"

Die Treatmentfassung für Film von
"Der rote Gott"

Ein Auszug aus dem in Arbeit befindlichen Buch " ScXhelms Storys ",
"Die Geschichte von Franziskus dem Eremiten"

Abschließend eine kleines geniales Gedicht von
WILHELM BUSCH



Des Ritters Leid




Ein stolzer Ritter fiel vom Esel hatte ein Masel war vollgeraucht mit einem guten Grasl. Wär er es nicht gewesen so hätt er sich verknackst, nun liegt er da in voller Rüstung gar. Der Esel hurtig weiterschreitet enthoben seiner Last glücklich er am Horizont entschwindet. Des Ritters Rüstung viele Kilo schwer ihn nun zwingt in den Himmel zu starren und der Dinge nun zu harren. Eine Schar von Kindern sich vorbeibewegt dem Hilflosen eine Handvoll Sand in das Visier streut. Dieser seine Panzerung schon schwer bereut. Er regungslos furchterregend flucht die Kinderschar das Weite sucht. Bald darauf ein Hund des Weges trottelt das metallne Gerüst als Sudelplatz gebraucht der Ritterling wieder schreit, das vierbeinige Getier läuft fort verschreckt, ganz weit. Die Sonne nun höher steigt, in der dunklen Rüstung drin es wärmer wird und wärmer. Der Ritter wird immer ärmer. Zu seinem Graus ihn nun auch noch juckt eine Laus. Eine Karosse herandröhnt. Des Königs Kurtisane mit einem ihrer illustren Galane da drinnen der Liebe fröhnt. Der betrunkene Kutscher obendrauf über den Ritter rattert. Dieser fühlt sich schwer gemartert. Durch den Ruck in der Kutsche drin donnert die Kurtisane auf die Wagenwand hin. Das Liebesspiel verliert seinen Sinn. Der Kutscher die Rösser weitertreibt, für den Ritter die Situation gleich bleibt. Bald darauf, noch betrunkener des Königs Weinbauer des Weges rast, dieser das Ritterhindernis am Weg erkennt, den Wagen vorbeilenkt. Jedoch eines der Fässer sich löst, auf den Ritter kracht, zerbricht, die Rüstung hält wieder Stand dem Gewicht. Der köstlich klebrige Rebensaft sich nun in jeder Pore staut. Der Ritter flucht nun wieder laut. Der Weinbauer seines Weges weiter träumt, der Pferde Hast im Maule schäumt. Ihn des Königs Dukatenregen fixiert hält in seinem Voranstreben unbedacht des Ritters Not. Ein holdes Mädel entlang des Weges den Geschichten der Vögel lauscht, der Wind in des Baumes Blättern rauscht. Die Schöne vor des Fasses Trümmerhaufen steht mittendrin ein Ritter liegt, der fast keine Luft mehr kriegt. Der Fliegen Hundertschaft sich wie Planeten bewegen gelockt vom zuckersüßen Saft der Reben. Der Bodenscharen Armeen, Ameisen und dergleichen auch, wollen nicht von der klebrigen Rüstung gehen. Drinnen tut der Ritter um Erlösung flehen. Das Mädel in Ohnmacht stürzt neben den Ritter fällt, dabei seine metallene Hand hält. In der Nähe ein weiser Eremit wohnt auf dem Heimweg dieses Bild vorfindet sich vor lauter Lachen windet. Zu des Ritters Glück der Weise handelt, er schraubt ab von der Rüstung Stück für Stück, wirft es in des Grabens Schlucht. Selbst der Weise wegen des schweren Gewichtes flucht. Der Ritter kriegt seine Rettung gar nicht mit, auch seine Sinne sind entschwunden. Der Eremit schleppt nun beide Körper gar in sein nahen Häußchens Bett und geht Wasser holen, zum erfrischenden erquickenden nahen Bach und hofft zu kriegen die beiden Findlinge wach. Diese das jedoch von selber tun, verwundert sich umschlungen finden, sich in einem Traume wähnen ob der Wohligkeit der Situation. Beide fangen an zu küssen, da sie hübschlich sind, sie sich küssen müssen. Nun steht der Eremit mit einem Kübel Wasser da, sieht das Treiben und geht fort an einen anderen Ort. Verliebt nun auch die beiden das Weite suchen. Der Ritter schwört ab dem Schwerte gar, dem Panzer sowieso. Die Maid schwört ewige Liebe, klar. So ziehen beide des Weges. Am Hügel droben der Eremit sitzt, alles beobachtet und denkt: „Die Liebe hemmet nichts, sie sich selbst spontan erschafft, sie ist ohne Anbeginn und dringt durch alles sich, ihre Flügel schlagen ewiglich. Der Wesen riesen Schar sie stets macht zum Paar. Nur ich Eremit, Sternenseher um Mitternacht, hab es zu keiner Frau gebracht. So hocke ich da, ich armer alter Tropf, mit einem Schwert im Kopf.“




Die Geschichte der Sammler




PROLOG




PFARRER STRUTZ, SEINES ZEICHENS HOCHWÜRDEN IN SCHWARZER SOUTANE, GING WIE SO OFT ZUR MEDITATION AN EINEN NAHEN SEE. IN DES MORGENS FRIEDEN TAT ER MIT STEINEN SPIELEN, ZOG RING UM RING IM KÜHLEN NASS ..... ACH STRUTZ, WEIßT DU NICHT WAS HIER IM GRÜNEN WASSER WOHNT?!! GAR SONDERLICH DING KANN HIER ENTSTEIGEN. GEH LIEBER HEIM, BRING DICH IN SICHERHEIT, BEVOR DU GERÄTST IN GROßES LEID!! OH STRUTZ, DU GEHST NICHT...?!? SO SEI FÜRS PHANTASTISCHE BEREIT!

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ES WAR EINMAL EINE ALTE FRAU. DIE WOHNTE IN EINEM HÄUSCHEN AUF EINEM BERG. UNTEN IM TAL FÜLLTE SICH SCHON VOR URZEITEN EIN GEHEIMNISVOLLER SEE. ÜBER DIESES DUNKELGRÜNE GEWÄSSER WURDE SCHON SEIT JAHRTAUSENDEN EINE PHANTASTISCHE LEGENDE VON MUND ZU OHR WEITERGETRAGEN. UNGEFÄHR ALLE 100 JAHRE, WENN DIE PLANETEN UND DER MOND WIEDER DIE GLEICHE KONSTELLATION EINNEHMEN, BEGINNT DAS GRAUEN. DIES IST DIE GESCHICHTE DER SAMMLER, JENER GEHEIMNISVOLLEN WESEN, DIE AUS DEN TIEFEN DES SEES EMPORSTEIGEN, DIE ALLE 100 JAHRE KREISCHENDE MENSCHEN AUS IHREN HÄUSERN HOLEN UND ... SIE IN DIE KALTEN UNERGRÜNDLICHEN TIEFEN DES MYSTISCHEN SEES SCHLEPPEN. NIEMALS WURDEN DIESE WIEDERGESEHEN. NICHT EINMAL DIE LEICHEN DER UNGLÜCKSELIGEN KONNTEN GEFUNDEN WERDEN. DIE WESEN HATTEN EIN GRAUENHAFTES AUSSEHEN. ES GAB IMMER IRGENDJEMANDEN, DER ZEUGE DIESER ABSTRUSEN GESCHEHNISSE WURDE. EINMAL NANNTE JEMAND DIESE KREATUREN, DIE STANKEN WIE DIE PEST, GEGEN DIE EIN VERFAULENDER VERWESENDER KADAVER GLÜCKSELIG SCHÖN AUSSAH, SCHLICHT UND EINFACH SAMMLER, WEGEN IHRER TÄTIGKEIT, MENSCHEN ZU NEHMEN, FORTZUBRINGEN, SO WIE MAN GIERIG PILZE IM MORGENDAMPFENDEN WALD ERHEISCHT. ES WAR WIEDER SOWEIT, DIE 100 JAHRE WAREN UM.
DIE ALTE FRAU AM BERG WAR 106 JAHRE ALT UND HATTE ALS KIND SCHON EINMAL DIE GRAUENHAFTE GEFAHR DER MONSTRÖSEN SAMMLERWESEN WAHRNEHMEN MÜSSEN. DAMALS WAR SIE MIT GROßEM GLÜCK DIESEN FÜRCHTERLICHEN INDIVIDUEN ENTRONNEN. ÜBERALL ERZÄHLTE DIE ALTE DIE GESCHICHTE, DIE IHR WIDERFAHREN WAR. DIE MENSCHEN JEDOCH DACHTEN, DER FOSSILE KRAMPEN SPINNT. DIE ALTE SEI VERKALKT UND NICHT MEHR HERR ODER FRAU IHRER LANGGEDIENTEN SINNE. SO WURDEN DIE WARNUNGEN DER ÜBERHUNDERTJÄHRIGEN NICHT BEACHTET. VOR KURZER ZEIT HATTE SIE IN IHREM GELIEBTEN WOHLKLINGENDEN RÖHRENRADIO PROFESSOR GUSTAV ZACH IN DER SENDUNG „METAPHYSIK DER ÜBERNATÜRLICHEN PHÄNOMENE“ RECHT VERNÜNFTIG REDEN GEHÖRT. DAS WAR EIN MANN, DER AN ALLERELEI UNERKLÄRLICHEN GESCHEHNISSEN FORSCHT. DA DACHTE SIE, DER KÖNNTE HELFEN, DIE MENSCHEN VOR DER AUSGEBURT DER GRAUENHAFTEN SCHLIMMSTEN ENTSETZLICHSTEN HÖLLE ZU BEWAHREN. VOM ALTEHRWÜRDIGEN POSTAMT DIESES ABGELEGENEN DÖRFCHENS IN DEN BERGEN RIEF SIE DEN PROFESSOR AN. ANALYTISCH LAUSCHTE DIESER DER TATSÄCHLICH SEHR UNGEWÖHNLICHEN GESCHICHTE DER GREISEN WEISEN. DER PROFESSOR HATTE IM LAUFE DER JAHRE EIN GUTES GESPÜR DAFÜR ENTWICKELT, BEI WELCHEN GESCHICHTEN UND SITUATIONEN SICH DIE AUFMERKSAMKEIT FÜR SEINE FORSCHUNGEN LOHNTE. DA SICH AUCH SONST NICHTS ANBOT, REISTE ER KURZENTSCHLOSSEN AN.
ER BEOBACHTETE MIT DER ALTEN IN DER ABENDDÄMMERUNG DEN SEE. JEDER FISCH, DER HUNGRIG DIE VORBEIFLIEGENDEN LIBELLEN, GELSEN UND SONSTIGE BLUTSAUGER AUS DER TIEFE HERVORSCHNELLEND IN SEINEM MAULE VERSCHLANG, MACHTE DIE BEIDEN GESPANNTER UND NACHDENKLICHER. SO BREITETE DIE MYSTISCHE DUNKLE NACHT IHRE SCHWINGEN ÜBER DAS LAND. ABER NICHTS GESCHAH. NOCH NICHT .......

DAS GRAUEN BEGANN UM MITTERNACHT.
IM GASTHOF NAHE DES SEES STANKEN DIE JUNGGESELLEN NACH SCHNAPS. PRIMITIVE SAUFLIEDER DRÖHNTEN ÜBER DIE NÄCHTLICHE STILLE DES SEES. DER WIRT GING ZUM EINGANG, ÖFFNETE UM ZU LÜFTEN, DENN DER DAMPF IM GASTHAUS BEGANN UNERTRÄGLICH ZU WERDEN. DRAUßEN VOR DER TÜR WOLLTE DER BELEIBTE WIRT ETWAS VON DER LAUEN SOMMERNACHT EINSAUGEN, ABER ETWAS DUNKLES UNHEIMLICHES NICHT FASSBARES GRIFF IHN AN... ER MUßTE WAHRNEHMEN, DAS ETWAS IHN PACKTE, UMSCHLANG UND SEINEN ATEM LÄHMTE. PARALYSIERT VERLIEßEN IHN DIE SINNE. DAS WAR GUT SO, VERDAMMT GUT. DER VOM SCHOCK AUSGELÖSTE VERLUST DES BEWUßTSEINS WAR EIN GNADENGESCHENK DER NATUR, UM IHREN INDIVIDUEN UNNÖTIGE SCHMERZEN IM TODESKAMPF ZU ERSPAREN. IM GASTHAUS BEGANNEN DIE MÄNNER ERBÄRMLICH ZU FLUCHEN. WO IST DER WIRT?!!! KEIN ALKOHOLAUSSCHANK. DIE LEUTE WURDEN AGGRESSIV. SIE WOLLTEN TRINKEN. SIE WOLLTEN IHREN VERDAMMTEN LEBENSSCHMERZ MIT ALKOHOL ERTRÄNKEN. SIE WOLLTEN DIESE ELENDE REALITÄT BETÄUBEND TRINKEN UND JETZT DAS!! FAST ALLE ERSCHRAKEN, ALS DAS EHRWÜRDIGE ALTE FENSTER ZERBRACH. HEREINZURAGEN BEGANN EINE DUNKLE UNHEIMLICHE MIT ALGEN UND SEEGEWÄCHSEN BEHANGENE MODRIGE KRALLE. SIE SCHNAPPTE NACH DEM IN DER NÄHE DES FENSTER SITZENDEN ALTEN STERNBAUER UND ZOG IHN HINAUS IN DIE DUNKELHEIT DIESER BESONDEREN NACHT. DIE ANDEREN GÄSTE KONNTEN NICHT SO RICHTIG REALISIEREN, WAS DA GESCHAH. EINIGE WÄHNTEN SICH IN EINEM ALPTRAUM UND WOLLTEN ERWACHEN. ABER SIE WAREN WACH. DIE SAMMLER WAREN 3 METER GROßE DUNKLE DÜRRE WESEN, MIT OFT FAULIG RIECHENDEN, SCHLEIMBEDECKTEN GLITSCHIGEN MAGEREN KÖRPERN. DIE KNORRIGEN ARME HINGEN VON DEN VERKÜMMERTEN SCHULTERN BIS AUF DEN ELENDEN BODEN HINAB. DIE HÄNDE GLICHEN DEN KLAUEN EINES CONDORS, WAREN KOFFERGROSS UND SPITZ, WIE EIN VON EINEM VERFLUCHTEN FLEISCHER GESCHLIFFENES AUSBEINLERMESSER, MIT DEM ER DIE KNOCHEN VON DEN LEBLOSEN, AUF HAKEN AUFGEHÄNGTEN TIERKADAVERN AUSLÖST. IHRE AUGEN FLUORISZIERTEN LEICHT, IHR KOPF WAR ÄHNLICH EINER MISCHUNG AUS DEM SCHÄDEL EINES SCHAKALS SOWIE DEM EINES STINKENDEN GRANTIGEN FISCHES. DAS GRAUEN SABBERTE DEN SAMMLERN AUS IHREM ELENDEN MAUL UND STANK WIE DER VERWESUNGSGERUCH DES GESTORBENEN LEIBHAFTIGEN PERSÖNLICH. DAS WAR ES WAS DEN MENSCHEN ZU GESICHT STAND UND ZUR NASE ROCH. DIE LANGEN ELASTISCHEN ARME DIENTEN DAZU, DIE MENSCHEN DIE SIE HOLTEN RUNDUM SCHLINGEND AN IHREN FEUCHTEN FAULIGEN KÖRPER ZU BEFESTIGEN, UM SIE HINAB IN DIE UNERGRÜNDLICHEN KÜHLEN TIEFEN DES SEES ZU TRAGEN. DIE SAMMLER WAREN STETS IM RUDEL UNTERWEGS, JEDOCH TRUG NIE EINER MEHR ALS EINEN MENSCHEN FORT. ABER SIE WAREN SEHR BEHARRLICH. SIE GINGEN ERST IN DEN SEE ZURÜCK, WENN IHR KONTINGENT ERFÜLLT WAR. SO WAREN DER SAMMLER DREI, EINER NOCH OHNE BEUTE DABEI. DIESER BEWEGTE SICH UNTER DER WIRTSHAUSTÜR DURCH, ERBLICKTE DIE FASSUNGSLOS STARRENDE ALTE RESI, DIE BESSER IHREN BETRUNKENEN MANN HEUTE NICHT VOM WIRTSHAUS GEHOLT HÄTTE, SCHNAPPTE SIE UND ZOG SIE FORT INS DUNKEL. SIE SCHRIE, SIE SCHRIE WIE EIN SCHWEIN, DAS ROHE BAUERN ABSTECHEN WOLLTEN. DAS DEM LEBENSENDE NAHEGEHENDE KREISCHEN HÖRTE MAN WEIT ÜBER DEN SEE. SO WUßTEN PROFESSOR ZACH UND DIE ALTE: ES HATTE BEGONNEN. IN DIESER STERNENKLAREN NACHT GINGEN NOCH VIELE STERNSCHNUPPEN NIEDER, ABER SONST VERHIELT SIE SICH STILL.

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AM MORGEN WAR RUND UM DEN GASTHOF EIN AUFRUHR, DEN DIESES DORF MIT SEINEM SEE UND SEINEN HÜGELN NOCH NIE GESEHEN UND GEHÖRT UND GEROCHEN HATTE. DIE POLIZEI VERNAHM DIE STÖHNENDEN VERKATERTEN ÜBERLEBENDEN. DIESE STANDEN UNWILLIG REDE, DENN SIE WAREN NICHT NÜCHTERN UND DIE ELENDE POLIZEI LIEBTEN SIE SCHON GAR NICHT. DIE BEAMTEN GLAUBTEN ZUNÄCHST AN EINEN SEHR MAKABREN SCHERZ, DEN DIE SCHELMISCHE BEVÖLKERUNG IHNEN SPIELTE. ABER DIE TRÄNEN UND DIE SORGEN ÜBER DIE ABWESENHEIT DER DREI PERSONEN WAREN ECHT. DIE POLIZEI WAR IN EINEM SCHWIERIGEN DILEMMA. SIE KONNTE DIE SITUATION NICHT SO RICHTIG KLAR EINSCHÄTZEN. DER ABEND KAM. DER NATURFORSCHER PROFESSOR ZACH UND DIE ALTE FRAU SAßEN AM SEE UND BEOBACHTETEN GEBANNT DIE OBERFLÄCHE DES GEHEIMNISVOLLEN GEWÄSSERS. DER PROFESSOR WAR ÜBERZEUGT, WENN ER HIER ETWAS BEWIRKEN KONNTE, WAR ES VON GROSSER NUTZBARKEIT FÜR DEN SEELENFRIEDEN DIESER MENSCHEN. SCHNELLER ALS ERWARTET BEGANN DAS PHÄNOMEN. BEIDE BEOBACHTETEN, WIE PLÖTZLICH EINE SCHLAMMWOLKE MEHR UND MEHR DEN SEE TRÜBTE, IMMER GRÖSSERE DIMENSIONEN ANNAHM. AUCH SCHIEN UNTER WASSER EIN FLUORISZIERENDES LICHT INTENSIVER ZU STRAHLEN. DA GRIFF DIE ERSTE SAMMLERKLAUE ÜBER DIE SCHLAMMAUFGEWÜHLTE WASSEROBERFLÄCHE EMPOR, SUCHTE HALT AM UFER. LANGSAM KROCH DIE GRUNZENDE AUSGEBURT EINES NICHT ZU BESCHREIBENDEN ALPTRAUMS AN LAND. SCHNELL ENTWISCHTE DIESES ETWAS IN DEN NAHEN WALD. DREI WEITERE SAMMLER FOLGTEN. UNBEMERKT BEOBACHTETEN DIE ALTE UND ZACH DIE VORGÄNGE. DIE ALTE HATTE EIN WENIG ANGST. DEM NATURFORSCHER WAR ES EINERLEI. SO BESCHLOß ER, ZU DEM FLUORISZIERENDEN ETWAS HINABZUTAUCHEN UND DIE DINGE ZU ERGRÜNDEN, EHE DIE SAMMLER MIT BRUTAL GEPACKTEN MENSCHENLEIBERN WIEDERKEHREN. DIE ALTE BESCHWOR IHN, DAS ZU UNTERLASSEN UND BEWUNDERTE IHN GAR NICHT OB SEINER ABSICHT, IN DEN KALTEN SEE ZU TAUCHEN. ALS DER AUFGEWÜHLTE SCHLAMM SICH LEGTE SCHRITT ER HINAB, DER VERWEGENE PHÄNOMENEFORSCHER. ER HATTE GELERNT, MINUTENLANG DIE LUFT ANZUHALTEN, WENN NOTWENDIG SOGAR DER STUNDE HALBE. DIE ALTE SCHLUG DIE HÄNDE ÜBER DEM KOPF ZUSAMMEN, ALS SIE DEN ABENTEUERLICHEN IM SEE VERSCHWINDEN SAH. UNTER WASSER STREBTE ER DEM FLUORISZIERENDEN LICHT ZU. DAVOR ANGELANGT, VERSPÜRTE ER ELEKTRIZITÄT. ES STELLTE IHM DIE HAARE AUF. ALLE KÖRPERHAARE STANDEN UNTER WASSER WEG, WIE DIE STACHELN EINES IGELS. EINEM NAHEN HECHT WAR DIESER ANBLICK GAR NICHT RECHT. ALS DER PROFESSOR NOCH NÄHER AN DIESES LICHTENERGIEFELD TRAT, KIPPTE ER VORNÜBER INS BODENLOSE UND WAR VOM SEEGRUND GAR VERSCHWUNDEN. ER WUßTE SOFORT, DAß ER IN EINES DIESER VIELEN ENERGIETORE GERATEN WAR, DIE ÜBERALL AUF DEM GANZEN ERDBALL VERTEILT ZU BESTIMMTEN ZEITEN STETS ZUGANG ZU ANDERE WELTEN GEWÄHRTEN. EINGEWEIHTE BENUTZEN DIESE TORE STETS ZU REISEN IN NICHT IRDISCHE WELTEN, WENN SIE DAS GLÜCK HABEN, DEN ORT EINES SOLCHEN PHÄNOMENS ZU LOKALISIEREN. AUS DIESEN PARALLELEN UNIVERSEN IST AUCH SO MANCHER NIE MEHR WIEDERGEKEHRT. SO FIEL UND FIEL DER VERWEGENE UND BESANN SICH, DAß SEINE GEISTESKRAFT DIE ELEKTRONENFLUKTUATION DIESES ENERGIEFELDES AUF STABILITÄT UND FESTIGKEIT KONDITIONIEREN MUßTE. DADURCH PRALLTE ER AUF IN DER WELT DER SAMMLER. MIT IHM ERGOß SICH EIN SCHWALL VON TRÜBEM GRINDIGEM WASSER. HINTER IHM WAR DIE ELEKTROSTATISCHE FLUKTUATION DES ENERGIEFELDES. VOR IHM LAGEN DUNKLE FELSEN IN EINER GIFTIGEN ATMOSPHÄRE, SCHEMENHAFT BESCHIENEN VON EINEM WEIT ENTFERNTEN DOPPELSTERNYSTEM. DER IN DIESEN DINGEN GESCHULTE ZACH ERKANNTE, DAß ER NUR UNTER MASSIVSTER KONZENTRATION HIER VERWEILEN KONNTE. NEBEN DER GIFTIGEN ATMOSPHÄRE WOG ER NUN 160 KILOGRAMM. UNKLAR WAR AUCH DIE DAUER DER EXISTENZ DIESES ENERGIETORES. DA KONNTE MAN SICH VERSPEKULIEREN UND WAR DANN FÜR DAS LEBEN LANG IN DIESER WELT GEFANGEN. HIER SICHER LEBEND NICHT SEHR LANGE, WAR DEM AUßERWELTLICHREISENDEN KLAR. WÄHRENDDESSEN OBEN DRÜBEN AUF DER WELT, DIE SAMMLER GEIFERND GIERIG EINEN BRÜLLENDEN MENSCHENLEIB NACH DEM ANDEREN HOLTEN. ES SCHIEN SO, DAß DIE MENSCHHEIT NICHT MIT STIL STERBEN KONNTE. EWIG MUßTE SIE ERBÄRMLICH SCHREIEN, WENN DER SENSENMANN ANSTALTEN MACHTE SIE ZU HOLEN. BIS AUF DIE ALTE. DIE WAR STUMM, ALS EINER DER UMHERSTREIFENDEN SAMMLER SIE ENTDECKTE. SOFORT WAR ER DA UND UMSCHLANG SIE. SIE WAR ALT. SIE HATTE ANGST VOR DIESEN EKELEREGENDEN ABSTRUSEN WESEN, ABER NICHT VOR DEM STERBEN. SIE WAR NUN AN DEN SAMMLERKÖRPER GEPRESST. EIN STINKENDER SCHLEIM BEGANN SIE MEHR UND MEHR ZU ÜBERDECKEN. ABER SIE LEBTE. DER SAMMLER VERHARRTE, OB SEINER ARTGENOSSEN MENSCHENBEUTEZUGSRÜCKKEHR, UM IM RUDEL IM ENERGIETOR ZU VERSCHWINDEN. DER PROFESSOR WUßTE VON DER INSTABILITÄT IN DER ZEIT, DIE ZU DEN EIGENARTEN DIESER TORE GEHÖRT. ES KONNTE MINUTEN, STUNDEN ODER WOCHEN DAUERN, DAß DIESE REISEWEGE PASSIERBAR WAREN ODER NICHT. MAN KONNTE IN EINEN ANDEREN RAUM ODER IN VIELE VERSCHIEDENE WELTEN WECHSELN. ES BESTAND SOGAR DIE MÖGLICHKEIT, VÖLLIG KREATIV SEINE VORSTELLUNGEN VON EINER WELT ZU MATERIALISIEREN. DIE ELEKTRONEN FORMTEN DAS, WAS MAN DACHTE. ES PASSIERTE REISENDEN IMMER WIEDER, DAß SIE VOR ALLEM IM ANGSTZUSTAND SEHR MONSTRÖSE WELTEN SCHUFEN. ALLE SAMMLER WAREN NUN BEREIT, MIT WIMMERNDEN MENSCHEN AN IHREN KNORRIGEN STINKENDEN LEIBERN AUF DEN GRUND DES SEES HINABZUSCHREITEN. DER PROFESSOR ERKANNTE AM BEGINNENDEN DRECKWASSERFLUSS AUS DIESEM PHÄNOMENALEN TORE DIE RÜCKKEHR DER ENTSETZLICHEN. ER VERBARG SICH MIT TRÄGEN BEWEGUNGEN HINTER EINEM DER BIZARREN FELSEN IN DIESER MIT LEBENSUNGÜNSTIGEM GAS UND RAUCHSCHWADEN DURCHZOGENEN WELT. ES KRACHTE DER ERSTE GRAUSIGE GENOSSE GAR MIT EINEM KIND AM LEIBE DURCH DAS TOR. DANN KAM DIE ALTE. DER DRITTE HATTE EINE AUSGEWACHSENE KUH UND TAT SICH MIT DEM TRANSPORT SCHWER. ZU SCHLIMMER LETZT KAM DER PFARRER DES DORFES. HOCHWÜRDEN IN SEINER SCHWARZEN SOUTANE SCHIEN OHNMÄCHTIG ODER VOR SCHRECK GESTORBEN. DIE ANDEREN DREI HUSTETEN ODER WÜRGTEN WASSER, ABER SIE WAREN AM LEBEN. DAS GEQUÄLTE PEINIGENDE ENTSETZEN WAR ALLEN INS GESICHT GESCHRIEBEN. SCHNELLEN SCHRITTES BEWEGTEN SICH DIE KNORRIGEN MIT DEN IRDISCHEN MITBRINGSELN EINES ZIELES WILLIG. ZACH MUßTE ALL SEIN KÖNNEN UND WISSEN AUFBRINGEN UM HIER ZU ÜBERLEBEN. ES WAR EINE WELT DER ATEMNOT UND DER BLEIERNEN SCHWERE. MÜHSAM TRACHTETE ER DEN GEDUNGENEN DUNKLEN MONSTREN ZU FOLGEN, DA TAT SICH HINTER DIESEN BIZARREN FELSFORMATIONEN EINE POMPÖSE, MIT GEWALTIGEN BÖGEN VERSCHLUNGENE STADT AUF, DEREN HÖHE UND BREITE DEN KILOMETER VOLL MACHTE. DER PHÄNOMENEFORSCHER SAH VON DIESER HÜGELHÖHE AUS, WIE DIE SAMMLER EILIG IN DER STADT VERSCHWANDEN. ES SCHIEN SO, ALS WOLLTEN SIE DAS, WAS SIE MITGEBRACHT HATTEN, AM LEBEN ERHALTEN. UNTER ANSTRENGUNG TASTETE SICH DER PROFESSOR VORSICHTIG IN DIESES SAMMLERSIEDLUNGSGEBIET. SO PASSIERTE ER EINEN BRUTPLATZ, AN DEM VIELE KLEINE DIESER WESEN AN WEIßEN SCHLEIMIGEN SCHLÄUCHEN, DIE MENSCHLICHEN LUFTRÖHREN SEHR ÄHNLICH SAHEN, SAUGTEN ODER SAUGEN MUßTEN, UM ZU WACHSEN. DER UNTER STARKEM STREß STEHENDE ZACH ERSCHRAK, ALS PLÖTZLICH EIN SIRENENARTIGER TON VON EINEM IMMER SCHNELLER ROTIERENDEN GEBILDE AUSGING. IN DIESEM GEBILDE STECKTE EIN SAMMLER. ES SCHIEN SICH UM EINE ENTSCHLEIMUNGSANLAGE FÜR DIESE WESEN ZU HANDELN. DURCH DEN ROTATIONSDRUCK NACH AUSSEN FLOß DIESER GANZE EKELHAFTIGE SCHLEIMIGE KÖRPERLEIM AN DER WAND DIESER DREHSCHLEUDER AB UND WURDE IN EINEM BIZARREN BEHÄLTER GESAMMELT, VON DEM DIE SCHLÄUCHE ZU DEN KLEINEN SAMMLERN FÜHRTEN. BALD NÄHERTE SICH DER PROFESSOR EINER KUPPEL, DIE AUS EINEM TRANSPARENTEN MATERIAL BESTAND. DER EINGANG DAZU WAR EINE PULSIERENDE KLAPPE, DIE UNRYTHMISCH AUF UND ZU SCHLUG. ES ERSCHIEN EIN SAMMLER MIT EINEM EINDEUTIG NICHT IRDISCHEN WESEN IN GEFANGENSCHAFT. ER VERWEILTE KURZ VOR DIESER ÖFFNUNG, DIE AUSSAH WIE EINE LUFTRÖHRENKLAPPE EINES MENSCHEN UND SICH AUCH SO BENAHM. SPONTAN SCHLÜPFTE ER HINEIN, ALS DIESES EIGENARTIGE TOR SICH KURZ ÖFFNETE. MÖGLICHERWEISE HOLTEN DIESE WESEN ANGEHÖRIGE AUS VERSCHIEDENEN WELTEN. DA SIE WISSEN WIE MAN ENERGIETORE BENUTZT, IST DIESEN SAMMLERWESEN EINE BESTIMMTE INTELLIGENZQUALITÄT EIGEN, SCHLOSS DER PROFESSOR. ER BEDACHTE, ES AUF EINEN KOMMUNIKATIONSVERSUCH ANKOMMEN ZU LASSEN, ZUMAL DER NÄCHSTE SAMMLER IN KEINSTER WEISE AGRESSIVITÄT BEWIES, ALS ER AM GEBANNT VERHARRENDEN PROFESSOR VORBEI STIEG UND HINTER DIESEM KLAPPENTOR VERSCHWAND. ZACH WAGTE DEN EINTRITT. GLEICH DARAUF BEGANN EIN LUFTSTROM IHN VORAN ZU SAUGEN. IN DIESEM LÄNGEREN FEUCHTEN KANAL SCHIEN ER NACH UNTEN ZU GLEITEN. AM ANDEREN ENDE ANGEKOMMEN, RUTSCHTE ER IN DAS INNERE DIESER KUPPEL. DORT WAR EINE REINE KLARE ATMOSPHÄRE. DORT WAREN ALLE GEHORTET UND AM LEBEN, AUCH DER PFARRER. ALLE HATTEN JEDOCH SCHWIERIGKEITEN WEGEN DER ERHÖHTEN SCHWERKRAFT. NEBEN DEM HÄUFCHEN DER IRDISCHEN SCHIEN EINE GRUPPE ANDERSARTIGER LEBEWESEN VERSAMMELT ZU SEIN. DIESE RÖCHELTEN, GABEN VERSCHIEDENE MACHTLOSE TÖNE VON SICH. IHRE SKURILEN, TEILWEISE BUNTEN AUSFORMUNGEN LIEßEN DEN SCHLUSS DER HERKUNFT AUS SEHR ANDERSARTIGEN WELTEN ZU. DER PROFESSOR SPÜRTE, WIE EINE FURCHTERREGENDE SAMMLERKLAUE IHN VON HINTEN PACKTE. RASANTEN SCHRITTES WURDE ER IN EINEN NAHELIEGENDEN RIESIGEN HÖHLENDOM GEBRACHT. IM DIESIGEN LICHT ERKANNTE ER, WIE SICH MEHRERE SAMMLER UM EINEN VIEL GRÖSSEREN IHRER ART DIENEND BEWEGTEN. OFFENSICHTLICH GAB ES EINE HIERARCHIE, DIE KULTIVIERT WURDE. DA WAR ZACH NUN IN DER SCHEINBAREN AUSFORMUNG EINER UNFASSBAREN HÖLLE. WAS FÜR EINE MATERIALISIERUNG AUS UNGLAUBLICHEM STINKENDEM SCHLEIMIG KLEBRIGEM ENTSETZEN. ALS WAHRER NATURFORSCHER, GESCHULTER BEREISENDER UNBEKANNTER REALITÄTEN, WAR ER STETS GEWOHNT MIT ALLEN AUSFORMUNGEN DES UNIVERSUMS SICH ZU KONFRONTIEREN. JEDOCH SO ETWAS HATTE SELBST ER NOCH NICHT GESEHEN. EINEM GÜNSTIGEREN UMSTAND ZUM TROTZ WAR SEIN KÖRPER DOPPELT SO MASSIV IN DIESER WELT ZENTRIERT. NORMALERWEISE HATTE ER BEI ÄHNLICHEN REISEN SOLCHER ART VIELLEICHT DAS HALBE VERDICHTUNGSVOLUMEN SEINES KÖRPERS MATERIALISERT. MAN KONNTE TATSÄCHLICH GLAUBEN, DIESES SZENARIO WAR EINEM SCHLIMMEN MENSCHLICHEN ALPTRAUM ENTSPRUNGEN...... ÜBERASCHENDERWEISE BEGANNEN ZWEI SAMMLER, EINE MENSCHENGROßE MASSIVE SÄULE HERBEIZUSCHAFFEN, WELCHE EINEN DURCHMESSER VON EINEM HALBEN METER HATTE. VERSCHIEDENE SYMBOLE WAREN DARIN GRAVIERT. DER PROFESSOR ERKANNTE DARAUF ZEICHEN DER KOSMISCHEN UNIVERSALSPRACHE, EIN THEMA, DAS ZU SEINEN LANGJÄHRIGEN FORSCHUNGSGEBIETEN GEHÖRTE. DIESE SPRACHE WAR AUS EINER ZEIT, WO BEWUßTSEIN SICH MEHR UND MEHR VERDICHTETE, WEIL ES SICH SELBST ERKENNEN UND MITTEILEN WOLLTE. DIESE KOSMISCHEN URSYMBOLFORMEN LAGEN ALLEN WELTEN ZUGRUNDE, DIE SICH SPÄTER KREATIV IN ALLEN MÖGLICHEN RICHTUNGEN BILDETEN UND MATERIALISIERTEN. WAS FÜR EIN GLÜCK, DACHTE DER FASZINIERTE ZACH. DIE SAMMLER ERKANNTEN IN DIESEN SYMBOLEN DEN ANHALTSPUNKT FÜR KOMMUNIKATION. DER PROFESSOR STELLTE SICH VOR DIE SÄULE UND BEGANN MEHRERE SYMBOLE MIT DEN ENTSPRECHENDEN TONALEN LAUTEN ZU VERBINDEN. AUFRUHR UND BEWEGUNG UNTER DEN ANWESENDEN GRAUSIGEN SAMMLERN WIESEN AUF VERSTÄNDNIS UND ERAHNUNG DESSEN HIN, WAS ZACH AUSDRÜCKEN WOLLTE. DIE KOMMUNIKATIONSVERSUCHE WURDEN WEITERGEFÜHRT, BESSER UND IMMER BESSER VERSTANDEN. ZACH VERLIEH AUSDRUCK, DAß ES FÜR DIE ENTFÜHRTEN SEHR SCHWIERIG WAR, IN DIESER SPHÄRE ZU EXISTIEREN. DER RIESENSAMMLER ENTGEGNETE, DAß SEIN VOLK AUF DER SUCHE NACH AUSLÖSCHUNG DES GEBURTSIMPULSES IHRER WELT WAR. DIE SAMMLER WUßTEN, DAS DIESE ENERGIETORE ETWAS MIT IHRER ENTSTEHUNGSGESCHICHTE ZU TUN HATTEN. SO GLAUBTEN SIE, DAß HINTER DIESEN TOREN DER GRUND IHRER SCHRECKLICHEN UNERTRÄGLICHEN EXISTENZ LIEGT. SIE HOFFTEN AUF ERLÖSUNG IHRER SITUATION MIT HILFE DER WESEN, DIE SIE AUS ALLEN MÖGLICHEN WELTEN ZUSAMMENTRUGEN. DIESE ANNAHME FÜHRTE ZU STÄNDIGEN EXPEDITIONEN HINTER DIESE ENERGIETORE, WENN SICH DIESE NACH IHREN GESETZEN ÖFFNETEN. ABER NIEMAND KONNTE HELFEN.... NOCH NICHT..... DIESE SEHR EIGENARTIGE EINSTELLUNG WAR DEM VERWUNDERTEN PROFESSOR NOCH NIE BEGEGNET. NORMALERWEISE TRACHTETEN LEBEWESEN, IHRE ART ZU ENTWICKELN ... ZU LEBEN. DER RIESENSAMMLER DEUTETE AUF EINEN ENTSTEHUNGSMYTHOS HIN, DER DEN KLUGEN IRDISCHEN WELTENREISENDEN ETWAS ERAHNEN LIEß. ENERGIETORE SIND SCHWER MASSIVE KONZENTRATIONEN AN MATHEMATISCH REINER ENERGIE. DIESER KOSMOS WAR AUS EINEM UNFALL MIT DIESEM ENERGIETORFELD ENTSTANDEN. MENTAL REISTE PROFESSOR ZACH ZURÜCK ZU DEN ANFÄNGEN DIESER BEDRÜCKENDEN WELT. MENTALREISETECHNIKEN, DIE DER WAHRHAFTIGKEIT ENTSPRACHEN, HATTE ER VON MAGIERN GELERNT, MIT DENEN ER AUCH SONST DES ÖFTEREN ZUSAMMENARBEITETE. PANIK, ERSTICKUNG, GROßE ANGST UND EIN SCHWALL IRDISCHER SYMBOLE, DIE BILDLICH IN SEINER IMAGINATION VORÜBERFLOGEN, DEUTETEN AN, DAß ER NAHE AN DER GEBURTSEXPLOSION WAR. DIE SPIRALENFÖRMIGE MENTALFLUGBAHN WURDE ESSENTIELLER. JETZT TAUCHTE ER DURCH DIESEN SCHRECKLICHEN, AUF DER ZEITENERGIESPUR GESPEICHERTEN WELTENURKNALLSTARTPUNKT. ? PLÖTZLICH WAR GROSSE ENTSPANNUNG. ZACH FAND SICH OPTISCH WIEDER AM SEE. ABER ES GAB KEIN DORF. ES WUCHS ANDERE VEGETATION. ES WAR DIE ERDE VIELE TAUSEND JAHRE FRÜHER. ABER ES GAB DIESE ENERGIEFLUKTUATION AM GRUNDE DES SEES. AM UFER STAND EIN VORZEITLICHER MENSCH. GEKLEIDET MIT FUCHSDACHSFELL, BEWAFFNET MIT SPEER, TRACHTETE ER NACH FISCHLICHEM. DIESES UNGLÜCKLICHE INDIVIDUUM RUTSCHTE AN EINEM MOOSIGFEUCHTEN FELSEN AUS UND STÜRZTE IN DAS KALTE WASSER. EINE UNGÜNSTIGE STRÖMUNG ZOG IHN VOM UFER WEG. SCHNELL WURDEN DIE VOLLGESAUGTEN FELLE SCHWER WIE STEIN. IM PANISCHEN TODESKAMPF SANK ER AUF DEN GRUND DES SEES. IN DEN LETZTEN BEKLEMMENDEN LEBENSZUCKUNGEN BERÜHRTE ER AM BODEN DIESE ENERGIEFLUKTUATION. FRAGMENTE SEINER LEBENSBILDER, ANGSTMONSTRÖSITÄTEN UND ERSTICKUNGSGEFÜHLE, VERSTÄRKTEN SICH IN DIESEM ENERGIEFELD MILLIARDENFACH UND KATAPULTIERTEN IM MOMENT DES TODES IN DAS ENERGIEFELD. DER WELTENRAUM DER SAMMLER WAR ERSCHAFFEN. ALL DIE VERHEERENDEN TODESKAMPFGEDANKENBILDNISSE DIESES VORZEITMENSCHEN WAREN MITGEBOREN. DIE SAMMLERWESEN WAREN GEBILDET AUS ARCHAISCHEN URÄNGSTEN UND VORSTELLUNGSBILDERN EINES VORZEITMENSCHEN IM TODESSTREß. DIESE GRAUENHAFTE GEISTIGE WURZEL SPIRALTE SICH ALS BASISENERGIE IN DEN EXISTENZENRAUM DER NIEMALSGLÜCKLICHGEWESENEN. DER PROFESSOR BEENDETE SEINE MENTALE REISE IN DIESE WAHRHAFTIGE VERGANGENHEIT. NUN VERDEUTLICHTE ER DEN SAMMLERSURIEN DIE AUSSERGEWÖHNLICHEN UMSTÄNDE KLAR. DEFINIERTE DEN GEBANNT VERNEHMENDEN FOLGENDE STRATEGIE: NATURGESETZ WAR, DAß DIESE ENERGIEFELDER NACH WUNSCH UND KONDITIONIERUNG AUCH ZEITREISEN REALISIEREN KONNTEN. SO WIRD ER, ZACH, EIN ZEITMAß KNAPP VOR DEM UNGLÜCKLICHEN ERTRINKEN DES FRÜHZEITMENSCHEN WÄHLEN. AUS DEM TOR AUSKLINKEN, AUFTAUCHEN UND DAFÜR SORGEN, DAS DIESER NICHT ERTRINKT, ZUMINDEST NICHT IN DIE ENERGIEFLUKTUATION SINKT. DAMIT WÜRDE DIE WELT DER SAMMLER NIE ERSCHAFFEN. ES WÜRDE DIE ALTE FRAU NIE DEN PROFESSOR BEMÜHEN. KEINES DER ENTFÜHRTEN WESEN, AUS WELCHER WELT AUCH IMMER, WIRD JEMALS AUS SEINEM NORMALEN BEZUGSSYSTEM GEBRACHT. DIE WELT DER SAMMLER WIRD IM NICHTS VERSCHWINDEN. DER PROFESSOR MUß NACH DER RETTUNGSHANDLUNG ZURÜCK INS ENERGIEFELD TAUCHEN, DIE ZEIT NACH VOR BEREISEN. SO WIRD ER IM ENERGIEFELD IN DER PERSÖNLICHEN GEGENWART ERSCHEINEN, AUS DEM SEE STEIGEN UND SICH NICHT BEWUßT SEIN, DAS JEMALS SO ETWAS UNGLAUBLICHES WIE DIE WELT DER SAMMLER EXISTIERT HAT. WAHRSCHEINLICH GRANTIG GROLLEN, WIE ER IN DIESES GOTTVERDAMMTE KALTE GEWÄSSER GERATEN IST. GROSSE VEREHRUNG WURDE IHM NUN VON DIESEN SAMMLERWESEN ZUTEIL, EINE VEREHRUNG WIE MAN SIE EINEM ERLÖSER ZUTEIL WERDEN LÄßT. SCHNELL WURDE DER PROFESSOR ZU DEM ENERGIETOR GEBRACHT. DORT KONDITIONIERTE ER SICH GEISTIG INTENSIV. ER WUßTE, DAß NEGATIV ODER POSITIV GELADENE VIRTUELLE PHOTONEN DIE ELEKTRONEN SO MANIPULIEREN KONNTEN, DAß MAN, IN DER ZEIT NACH VOR ODER ZURÜCK GEREIST, SICH IN DER GEWÜNSCHTEN WELT AUSKLINKEN KONNTE, UND DAß DIESES AUßERGEWÖHNLICHE EXPERIMENT AUCH TATSÄCHLICH FUNKTIONIERT. EIN LETZTER BLICK AUF EINE UNGLÜCKLICHE WELT, DEREN EIGENARTIGE BEWOHNER IHN HOFFNUNGSVOLL ANSTARRTEN. SO VERSCHWAND PROFESSOR GUSTAV ZACH IN DIESEM ELEKTRONENELEKTROSTATISCHMAGNETISCHEN FLUORISZIEREND PHANTASTISCHEN ENERGIEPHÄNOMEN.

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Epilog

IRGENDWO AN EINEM SEE SAß TAGTRÄUMEND EIN HOCHWÜRDEN IN SEINER SCHWARZEN SOUTANE UND BEMERKTE, WIE EIN MENSCHENKOPF IM WASSER AUFTAUCHTE, DER ZUGEHÖRIGE TORSO ANS UFER SCHWAMM, DEM SEHR KALTEN NASS ENTSTIEG, FLUCHEND, FEUCHTTRIEFEND UND FRIEREND DIE NAHE STRAßE BENETZEND NACH DER KURVE VERSCHWAND. GLEICHDARAUF IM NAHEN RETTENDEN GASTHAUS EIN GEWISSER HERR ZACH VERÄRGERT DEM GELÄCHTER DES DICKEN WIRTES AUSGESETZT WAR, OB SEINES UNERKLÄRLICHEN STURZES IN DEN SEE.










Der rote Gott



Logline : „Der rote Gott“ Kurzbeschreibung :
....Elisabetha Bathory.... (Blutgräfin von Lockenhaus) : „der weg in die hölle ... der ist leicht ...den ihre pforten stehen tag und nacht offen....“



Dies ist eine Geschichte über astrale Phantome, Geisterbeschwörung, Magie und geheimnissvolle Kulte auf der Burg Lockenhaus..... Der astrale Geist von Erszebeth,..der Blutgräfin von Lockenhaus übernimmt in der Jetztzeit die Macht über Ulrich Urch -Bathory, einem fernen Verwandten ihres Adelsgeschlechtes. Beim Versuch sie zu exorzieren gelangt auch Professor Gustav Zach, der berühmte Phänomeneforscher und Geisterjäger in deren Machtbereich. Durch Erszebeth, ein uraltes Ritual und Blut des getöteten Ulrich Urch werden die dehydrierten Körper eines uralten Kultes zum Leben erweckt, welche tief unter der Burg Lockenhaus in einem uralten geheimen Höhlendom existieren.Das ewige Ziel des Kultes ist die Macht über die Welt zu erlangen. Der zu Hilfe eilende „Magier“ Rossmann, ein Freund und Lehrer von Prof. Gustav Zach, kann Erszebeth und ihre Schergen in einem furiosen Finale besiegen und das Leben des Professors retten.

Story und Expose

Beschreibung der Hauptfiguren :
Professor Gustav Zach ...ist Phänomeneforscher. Er hat an der Universität einen Lehrstuhl in Philosophie. Moderiert im Radio die schon berühmt gewordene Sendung „ Metaphysik der übernatürlichen Phänomene, ..ist ein genialer Verbinder von Esoterik und Exoterik. Ist präzise und wissenschaftlich in der Analyse der bekannten Naturgesetze, jedoch offen wenn es um das erforschen unbekannter Phänomene geht. Ist allseits beliebt, weil er einen exorbitant trockenen intelligenten Humor hat. Scheut keine Probleme, wenn es darum geht Menschen aus diversen „unwissenschaftlichen Notlagen“ zu helfen, wenn sie sich an ihn wenden. Ist 40 jahre Alt und wirkt jünger. Ist jedoch nicht immer den „unglaublichen Situationen“ gewachsen, den das Feld der mystischen Mächte ist groß und gewaltig. Ist als Hauptdarsteller konzipiert und meistens der „Held“, manchmal auch das überforderte Opfer, das irgendwie gerettet wird.
Magier Rossmann
Freund, Gönner, Lehrer und Förderer von Professor Zach. Rossmann ist ausgebildet in mehreren magischen Schulen. Kennt umfassend die von der Wissenschaft (noch) nicht anerkannten feinstofflichen Naturgesetze. Arbeitet höchst erfolgreich mit ihnen. Was für die meisten Menschen als „Wunder“ gilt, ist für ihn „Normal“. Gilt als einer der besten Magier Europas Dies ist jedoch nur wenigen Eingeweihten auf dieser Ebene bekannt. Ist 62 Jahre Alt. Hat einen derben exzessiven Humor. Lebt zurückgezogen in seiner Villa. Hat eine charismatische Ausstrahlung und ist nicht immer glücklich wegen der großen Verantwortung, die er durch seine Kräfte zu tragen hat. Ist manchmal Retter von seinem Freund Zach.
Ulrich Urch - Bathory

Ein alter knorriger Mann mit undurchschaubarem Charackter.Zeigt seine dunklen Seiten der Seele, gierig und geneigt sein Umfeld zu täuschen und in seine Probleme hineinzuziehen. Ruhelos in seinem exzentrischem Auftreten. Hat dämonische und erpresserische Züge...
Karl- ein Freund von Ulrich Urch- Bathory, willensschwacher Mensch, irgendwie freundschaftlich mit Urch verbunden, erduldet dessen Launen, sehr naiv aber Freundlich..., Ängstliche Person.....
Erszbeth - die Blutgräfin von Lockenhaus
Eine historisch tatsächliche existierende Person, der man 600 Morde angelastet hat. Tatsächlich nachgewiesen wurden 11. Sie existiert im Film als schemenhafte Figur, die nie wirklich materiell wird. Ein Phantom, das verzerrte Fratzen und dämonische Züge hat, verschiedene Verdichtungsgrade als Geistwesen beherrscht und im Bund des Blutkultes den ewigen Auftrag hat, diesen wieder mit frischem Blut zu erwecken.
Die Riege des uralten Blutkultes
Hexenmeister Szombory Verkörperung einer uralten Seele, die einen roten Gott in einem Altarium unter der Burg Lockenhaus anbetet. Besitzt die Macht zu dehydrieren und wieder lebendig zu werden.- Dient dem „roten Gott“ mit Blutopfern und kann Heerscharen von Leichnamen ebenfalls widererwecken, um sie dem roten Gott dienen zu lassen. Ist Jahrtausende von Jahre tätig, hat vielfältige magische Fähigkeiten, ist ein wahnsinniger, brachialer Charackter, mit nur einem Ziel, das große Werk zu Ehren des roten Gottes zu vollenden...
Ficko, der bucklige,... ...buckliger Idiot, wahnsinniger Scherge Erszebets, der nächtens auf Menschenraub ging, historische Persönlichkeit, die nachweislich geköpft wurde...
Anna Darvulia ...wahnsinniges großes hageres Weibsbild, Mittäterinn bei den Abschlachtungen, ebenfalls hingerichtet...
Dorothea Szentes ..blutgieriges Weibsbild mit verbranntem, entstelltem Gesicht, Dienerin Erszebets...durch Köpfen hingerichtet..

Expose - Der rote Gott

Prof. Gustav Zach ist Phänomemeforscher. Er hält Vorlesungen an der Universität über Parapsychologie und gestaltet eine Radiosendung - „Metaphysik der übernatürlichen Phänomene“. Landesweit kann er kontaktiert werden, wenn die normale Wissenschaft am Ende ihres Lateins ist. Ein an ihn adressierter, mit Blut geschriebener Brief von Ulrich Urch-Bathory, einem Nachkommen eines alten ungarischen Adelsgeschlechtes, dem auch die berüchtigte Elisabetha - Bathory-Nadrazy angehörte, erregt in der Redaktion des Rundfunkhauses aufsehen. Elisabetha - Bathory-Nadrazy ist besser bekannt als Erszebeth, die Blutgräfin. Der mit ihr in Verbindung stehende Mythos, daß ihre ruhelose Seele an der Burg Lockenhaus ihr Unwesen treiben muß, ist allseits bekannt. Nächtens blutschwitzend wird Ulrich-Urch-Bathory in seinen Träumen vom Geiste Erszebeth`s gequält. Als entfernter Nachkomme sei es seine Verpflichtung, ihrer ruhelosen astralen Seele Erlösung zu verschaffen. So wendet er sich, an Prof. Gustav Zach, dessen Fähigkeiten bekannt sind, unfreiwillig an die Erdsphäre gebundene astrale Seelen ins Jenseits zu erlösen. Prof. Gustav Zach wendet sich mit diesem seltsamen, nach vertrocknetem Blut riechenden Brief an seinen Freund und Lehrer Magier Rossman. Dieser ist einer seiner wichtigsten Unterstützer in der verbindenden Arbeit zwischen dem großen Gebiet der esoterischen Magie und den exoterischen wissenschaftlichen Fakultäten. Magier Rossmann ist Ausgebildet in Ägyptischer, Griechischer und Kabbalistischer Magie , sowie Ehrenmitglied eines orientalischen Ordens. Seiner 62 Lenze logischer Folge entwickelte er sich zu einem der profundesten Kenner der Materie. Magier Rossmann hatte kein gutes Gefühl ob dieses Schreibens. Irgendetwas undurchschaubares steckte hinter diesen Zeilen, zumal er im flehenden Blutbrief Ulrich – Urchs eine gespaltene Persönlichkeit erspürte. Zach bekundet trotz aller Bedenknisse seines Freundes und Mentors interesse an diesem „Fall“. So besprechen beide die Möglichkeiten der nekromantischen Totenbeschwörung und Seelenbefriedung. Die darauffolgende Forschung in Rossmans historischem Archiv ergibt............ ...Erszebeth Bathory-Nadasdy wurde in der vorhandenen Literatur dargestellt als eine der hemmungslosesten Blutmörderinnen der Geschichte. Schön, jung, ihre unvorstellbaren psychopathischen Triebkräfte hinter Hochmut verbergend. Sie heiratete 1575 als 15-jährige den Franz Nadasdy, der Hunderte meuternde Söldner mit unmenschlicher Grausamkeit hinrichten ließ. Die Bathory hatten in ihrer Ahnenreihe so manch pathologische Persönlichkeit. In Erszebeth scheinen diese Kräfte gleichsam als Konzentrat aufzutreten. Unter dem Schutze ihres großen Namens mordete sie in Csejthje (heute Chactice in der Slowakei), Keresztur (Deutschkreuz), Leka (Lockenhaus) gleichwie im Nadasdy-Haus zu Wien, wo Schmerzensschreie der Gefolterten im gegenüberliegenden Kloster die Mönche erschreckten. Von ungehemmter tierischer Blutrunst gezeichnet war auch die vielzahlige Helferschaft, wie etwa Anna Darvulia, Dorothea Szentes oder der geistig defekte verkrüppelte Ficzko Ujvary. 1611, ..... Hingerichtet durch Enthauptung, waren die Leichname ihres Grabes jedoch nicht sicher, wie sich herausstellen sollte....... Bei diesen Prozessen (Zeugenaussagen und Gerichtsurkunden liegen vor; wurden 1894 von dem Wiener R.v.A. Elsberg in Breslau publiziert), war jedoch Erszebeth Bathory-Nadasdy der Hinrichtung enthoben. Der Kaiser war mit der Verbannung auf Leka (Lockenhaus) zufrieden. Das Schloß war zu der Zeit schwierig zu erreichen, umfaßt von schier unendlichen, von Wölfen bevölkerten Wäldern.

Die übereinstimmenden Aussagen des Strafprozesses, der ohne Folter durchgeführt wurde (für diese Zeit sehr fortschrittlich) bezeugen, daß die Bathory-Nadasdy nach blinder Laune hauptsächlich weibliche Personen ohne System mordete. Eine Annahme, die sich als nicht richtig erweisen sollte....den die Leichnahme sollten einem uralten Kult dienen.....Erszebeth starb am 21. August 1614 in Csejthje. .....ihre Seele jedoch nicht....
Herzlich trennten sich Zach und sein Mentor. Der Magier versicherte, daß er mittels seines magischen Spiegels den Fortgang der Angelegenheit beobachten werde. Er gab Zach noch einen Talisman, in dem ein Elementarwesen schlummerte, das Rossmann benachrichtigen würde, wenn der Professor unvorhergesehen in Not geraten würde. Dieser telegraphiert gleich am folgenden Tag Ulrich - Urch - Bathory in dieser Angelegenheit zur Verfügung zu stehen. Postwendend kam der Vorschlag, begünstigt durch den nächsten Schwarzmond, auf der Burg Lockenhaus mit dem erlösenden Experiment zu beginnen. Er, Ulrich Urch, werde dem Professor eine in der Burg befindliche Suite für Nächtigungen reservieren lassen, alle Aufwendungen natürlich bezahlen, sowie dankbar große Entlohnung bieten. Treffpunkt am kommenden Neumondtag, in Urchs Zimmersuite der „Maria Rosa“, tunlichst gegen die Mittagszeit.....

Zach war pünktlich, geht gleich zur Suite „Maria Rosa“. Die Burg kannte er schon durch Vermessungen des geheimnisvollen Kultraumes. Klopfte intensiv, vernahm einen krächzenden alten Mann, der mühsam das „Kommen sie, ...kommen sie herein, .... Professor“, hervorbrachte. Zach erblickte in der Ledergarnitur ein zusammengesunkenes Männlein, das gar nicht Gesund aussah. Ulrich Urch sagte: „Professor, erschrecken Sie nicht, diese verdammte Erszebeth hat mir fürchterlich zugesetzt. Ich bin schwach geworden und schier dem Ende nahe. Ich stelle Ihnen meinen treuen Freund Karl vor, ich habe vor ihm keine Geheimnisse...“ Urch und Zach unterhielten sich über Details der Vorkommnisse sowie über Strategien der folgenden Vorgehensweisen. Zach betonte, daß egal was passieren würde, besonnene Ruhe herrschen mußte. So wollte man bei Anbruch der Dämmerung im logisch-geometrischen Zentrum der Burg, im Kultraum, in dem phänomenales astronomisches Detailwissen eingebaut ist, beginnen. Man konnte auch diesen Raum gegen Bezahlung mieten. Zach zog einen Kreis mit Kreide rund um die Schale, einen zweiten mit größerem Durchmesser folgend. In den Raum dazwischen zeichnete er, analog den Himmelsrichtungen, vier hexagonale Pentakel. Außerdem zeichnete er um diese Kreise herum zwei Quadrate, deren Ecken in die vier Viertel der Erde wiesen. In diesen Zwischenraum schrieb er, der Himmelsrichtung entsprechend, die Worte..„El, ... Iah, ... Agla, ... Adonai“ Zwischen dem Kreis und dem Altarquader zog er ein gleichseitiges Dreieck, in das er wiederum einen Kreis zog. Als das Dreieck beschriftet war mit - Tetragrammaton, .... Primeumaton ....... Anaphaxeton ...... Cha ... El.... Im.... begann Zach mit einer kabbalistischen Formelfolge die laut, leise und unhörbar rezitiert wird: Liv, ... Cxiii, ...... Xlvii ....... und ..Xlviii...Dieses Ritual war mächtig genug, im Umkreis von 500 Metern alle Phantome, Schemen, Larven oder sonstige Geister in den Kultraum zu zwingen. Dann begann der Professor in den Äther hinaus zu suggerieren : „Verdammtes Phantom der Erszebeth Bathory-Nadasty, Nötigerin Ulrich Urch-Bathorys ..... ich banne dich in dieses Dreieck, das nur für dich gezogen ist, das zur Erlösung deiner erbarmungswürdigen Seele dient.“
Schockartig begannen im ohnehin kühlen Kultraum die Temperaturen zu sinken. Der alte Urch begann spastisch zu zittern. Karl beobachtete verängstigt im Hintergrund das Szenario des mit einer Glühlampe ausgeleuchteten Raumes. Plötzlich fiel der alte Urch vom Stuhl, verkrampfte am Boden. Aus seinem weit aufgerissenen Munde drangen Töne sonderlicher fremder Natur. Zach führte sein Beschwörungsritual weiter aus. „Elisabeth Nadasdy, geborene Bathory, deines Zeichens Gefangene in blutiger Triebgier, dein Erscheinen......“ Er wurde abrupt unterbrochen von einer klar und deutlich vernehmbaren Frauenstimme aus dem verrenkten, weit aufgerissenen Munde Ulrich Urchs. Erszebetha schien von Ulrich Urch Besitz ergriffen zu haben und geiferte .: .„Elender Wurm ...... denkt er .... er kann mich in seinen erbärmlichen Kreis zwingen ..... geht hinauf .... geht hinauf in den Turm .... dort wird gebührender Empfang bereitet, so wie in alten Zeiten ich dort gierige Mütter, die ihre Töchter brachten, mit reichlich Tuch entlohnte................“ Die Temperatur im Lockenhauser Kultraum schien der Eisigkeit nahe zu kommen... Ulrich Urch zitterte am ganzen Körper und krächztze aus einer unklaren Mischung aus Erszebeths und seiner Persönlichkeit. Ernster Miene begann Prof. Gustav Zach wieder fortzufahren. „Elisabetha Bathory ,..Ich werde dich dorthin bringen, wo du hingehörst, in dein ewiges Grab...“ Die Antwort folgte postwendend aus der Erszebetha -Urch - Persönlichkeit.: „„Dieser erbärmliche Cretin wird verrecken .......... er ist schwach ......... wird krepieren ...... weil ein ahnungsloser Necromant ihn überfordert hat .....“ (Vermischung mehrerer Stimmen) “....... roter Goood .... höre ....... pestilente Ausgeburt eures elenden Gottes .... Dem Tode geweihter Sohn syphilitischer Kurtisanen .......er wagt die Wahrheit zu suchen ...... er wird im Grauen weiden ................ im Blut ertrinken .... seine Verwegenheit soll endlich nützlich wirken ... stelle bereit Feder und Papyrus.... es sollen aufgeschrieben sein ... der unzähligen Martern ... . die ich lustvoll vollbracht ... vom schwächlichen Cretin .... aus dem ich sprechen muß.... ich versichere ihm... von dem lasse ich ab .....“ (unverständliches Gesäusel folgend) Mit einem schlagartigen Lufthauch zog sich das elektrische Phänomen der astralen Erszebeth in die Wände des einmaligen Kultraumes zurück. Ulrich Urch begann erlöst zu weinen und zitterte am ganzen Körper........ Der Professor wirkte Nachdenklich und sehr Ernst. Sollte er das Experiment abbrechen?? Verschob die Entscheidung aber auf den nächsten Tag. Zach schlief störungsfrei und gut. Selbst Ulrich Urch konnte endlich einen erlösenden kräftigenden Schlaf verbuchen, frei von Einwirkungen der dämonischen Visionen des Erszebeth-Phänomens. Den Umständen entsprechend vital, forderte er die Fortführung der Angelegenheit. Freund Karl war vom Grauen der Vorkomnisse schlaflos geplagt. So wurde das Burgherrenzimmer, der höchst gelegene Raum der Burg, reserviert. Ein riesiger runder massiver Tisch, der in der Mitte im Durchmesser von zwei Metern ausgeschnitten war, prägte den fünf-kantigen Raum. Ebenso standen 15 massive Stühle, auch aus der Eiche, rundum. Karl stützte Urch , als sie den Raum betraten. Auf Anweisung des Professors setzte er ihn auf den Nordstuhl. Das fünfeckige steinerne Zimmer war mit der entsprechenden Räucherung vorbereitet. Professor Zach schickte Karl als vor die Tür. Er konnte bei diesem Experiment keine ängstlichen Personen brauchen. Über diese Aufgabe war Karl sonderheilfroh, denn seine archaischen Urängste waren schon Tags zuvor massiv aktiviert.
Zach und Urch begannen die neuerliche Sitzung in der Abenddämmerung. Ein leichter schemenhafter Nebel - ein bedrückendes kaum wahrnehmbares Energiefeld - schien in der Beschwörungssphäre zu lasten. Man hatte eine Feder, Tinte und Papier bereitgestellt. Professor Zach begann eindringlich fortzufahren: „Erszebeth Bathory ... wie konnte sie es wagen, mit ihren Schergen so unseliges Leid über Menschen zu bringen. Sie wird zu ihren Taten Stellung nehmen....“ Im offenen Kamin begann ein kaum wahrnehmbares elektrisches Fluktuieren, das langsam dichter wurde. Die von einem Geiststoff aktivierten Elektronen zogen ein weißliches Band, das sich über mehrere Meter zog. Es begann sich in Richtung Ulrich Urch zu ziehen, drang über die Atemwege dieses ein. Die astrale Elektronenwolke begann sich zu verdichten,entwich aus Urch und schien sich um den Professor zu bilden. Dieser spürte eine verstärkte Beklemmung, sowie fauligen, mit Kalk zu unterbinden versuchten Verwesungsgeruch. Er spürte einen eiskalten Hauch an seinem Ohr, konnte nicht bestimmen ob es ein visionärer Ton oder ein in der Wirklichkeit passiertes Schallwellenmuster war. „.. Roter Gottt....... roter Got..........“ hauchte es rund um seinen Kopf. „... Good...... existiert ... Gehet in Versenkung .....unten in den geheimen Domen der Legenden......“ Die alte Holzdecke des Raumes begann an mehreren Stellen, wie unter dem Druck von großem Gewicht, knarrende Geräusche von sich zu geben. Das über dem Kamin angebrachte Schwertpaar löste sich aus seiner zementierten Verankerung. Klirrend stürzte es vor die Füße Ulrich Urchs. Die Energiewolke wanderte ruckartig zu diesem und visionierte in dessen Kopf: „Das wird dir nützlich ..... nimm es an dich“ hauchte es in scharfem Ton. Die schemenartige Erscheinung löste sich wieder im ganzen Raum auf, um bald wieder am Professor zu verdichten. Ein fluktuierendes Verbindungsband zu Fürst Urch durchzog den Raum. Wieder vernahm Zach diese Stimme. Sie schien von einer unerwarteten Lieblichkeit. “Nehme er die Feder ... lasse er ... sie ..... von mir führen, bringe die Geschichte zu Papier ...... erlöst werde ich sein, wenn die Wahrheit ...... auf den Punkt gebracht, verbünde Dich mit mir ....... Necromant ......oh .......... Roter God...“ Zach vernahm engelhafte Gesänge einer weiblichen, von weit her kommenden Stimme. Die erinnerte ihn an die Reisen, die er mit Magier Rossman in die Venussphäre zu den dortigen Wesen gemacht hatte. Diese war die gefährlichste aller Planetensphären, da nahezu jeder, der in sie gelangte, ob ihrer Schönheit von da nicht mehr weg wollte und ein normales irdisches Leben unmöglich wurde, der irdische Körper zu vollkommener Geistesabwesenheit verdammt war. Stärkste Willenskraft selbst gut ausgebildeter Personen war notwendig, um sich von da zu lösen. Immer wieder tendierten astrale verfluchte Seelen bei Bessenheitsphänomenen ihren Energiewirt an diese Sphäre zu binden, ergo im Gehirn in der Hypophyse eine glückseelige machende, drogenartige Stofflichkeit zu aktivieren, die über die Blutbahn auf die Körpernerven wirkte. Die verfluchten Geister jedoch, unabkömmlich für ihre eigene Existenz, „saugten“ oft Energie bis zum Tod des Wirtes ab. Zach kannte diese Tricks und erwiderte..: „Erszebeth Bathory, das ruhelose Gebundensein an das Zwischenreich, dass ihrer Seele so lastet, ist das Resultat konzentrierter Leidensenergie aller geschlachteter Opfer.“ So höre ... gnädigen Eingang ins Jenseits wird diese arme Seele nur bei Erkenntnis aller zugefügter Qualen finden, stelle ... sie ... sich dem, was sie angerichtet, darüber gibt es kein Hinweg.“ Die engelhaften Töne schienen intensiver zu werden. Zach nahm optisch eine Verstärkung der Energiewolke wahr. Er vernahm Erszebeths klagende Stimme. “Oh ........ Necromant .......... Buße gebiete ich ... allen Opfern ....... so wisse ... der Abstieg in die Hölle ist nicht schwer, denn Tag und Nacht stehen ihre Tore offen..... Die Feder werde ich führen, durch des Necromanten Hände wirken, ..... die Wahrheit wird die Lösung meines Fluchs beginnen....“ Zach wußte von der Möglichkeit des automatischen Schreibens. Medien konnten ihren Geist der Seele Verstorbener öffnen. So manche Symphonie oder Literaria wurde so vollendet. Zach selbst war im Besitz einer 13. und 14. Symphonie eines gewissen Ludwig van Beethoven, die ein Medium übermittelt hatte. „Überirdisch göttliche Musik“, so Zach bei der Erklärung der Vorgehensweise zu Urch und Freund Karl. Erszebeth sollte ihre blutrünstige Geschichte über seine Hand darlegen, um ihren irdisch fixierten Magnetismus ins Jenseits aufzulösen. Die meist fatalen Angelegenheiten der Geister, die sie nahe an das materielle Realitätsfrequenzband „klebten“, konnten nur hier in der Welt auf den Punkt gebracht werden. Das sah in der Praxis so aus, daß der Experimentator dem unseligen Wesen seine Hand „borgte“, dieses, durch Aufschreiben der Vorkommnisse geheilt, sich günstigstenfalls aus der Sphäre in der es gefangen war lösen konnte. Die gefangenen Seelen waren meist sehr kooperativ wenn sie erkannten, daß eine Chance bestand, aus ihrem verzweifelten Zustand zu entrinnen. Im Fall Elisabeth Bathory konnte die Konfrontation mit dem Ausmaß des Grauens der Opfer tatsächlich eine in der niederen Astralebene gebundene Seele „enthaften“.Der Professor war mehrmals Assistent bei Magier Rossman und anderen Spezialisten. Er hatte gelernt, solche Fälle zu lösen, ohne in den Einflußbereich der Geister zu geraten... „Erszebeth Bathory ... dem Heil ihrer Seele willen, werde ich ihr meine Schreibhand bieten, nicht mehr und nicht weniger. Verwende sie die Energiestaukonzentration auf meiner Hand, um aus ihrer erdnahen Sphäre durchzuwirken. Tue es .... Phantom...“ Der Professor spürte, wie seine rechte Hand automatisch Bewegungen durchführte, die nicht seinem Willen entsprangen. Erszebeth schien in einem gewissen Grad Intelligenz zu besitzen. Ulrich Urch sah fasziniert zu und schob über den Tisch die Schreibfeder und das Tintenfaß. So hauchte die zu Erlösende dem inneren oder äußeren Gehörsinn des Professors zu: “Weinend gebiete ich Tränen meiner Buße, ihm kundzutun ...dem Retter meiner verfluchten Seele ..... gnädiger Erlöser verbannter Wesen ........ Träne um Träne wird sich sammeln ... um die Salze meiner Verruchtheit ...... auszulösen.“ Irgendwo im Geisterreich wurde eine Träne auf der verzerrten Fratze von Erszebetha dichter und dichter. Die Wolke hing über dem Professor, der den Beginn der Niederschriften erwartete. “Er blicke auf zu mir ..... der Buße Wahrheit ich .... ihm .... versichern will...“ heuchelte Erszebetha. Irgendwo aus dem dichter werdenden Elektronennebel erschien ein verheerender Tropfen Flüssigkeit in dieser Welt und traf den nach oben blickenden Zach exakt ins Auge. Ein elektrischer Schlag ließ den Professor zucken. Die astralsphärische Erszebeth drang über die Nervenvernetzungen des Auges in das Gehirn des Professors. Sie begann abrupt aus dem Munde Zachs zu brüllen .: “..... Schwachsinniger .. Idiot .... glaubt er doch tatsächlich meiner ........ Maaacht .... Herr zu werden!“ Höllisches Gelächter aus den Stimmbändern tausender Teufel durchdrang den Raum. Vor der Tür erschrak Karl und wollte nach dem rechten sehen ..... die Tür ließ sich nicht öffnen. Es hatte den Professor erwischt. Die Flüssigkeit dieses Tropfens drang über die feinen Äderchen der Augenhöhle in die Blutbahn und den. Zunehmend wurde Zach willenloser. Seine bewußten Wahrnehmungen wurden verschwommen. Bewußtlosigkeit durchdrang das Wesen des Professors. Vielleicht war es gut so, denn das nachfolgende Entsetzen sollte uferlos sein... Hier waren Mächte im Spiel, die der Professor bei weitem nicht richtig einschätzen konnte. Zachs Körper lehnte am runden Tisch. Die geisterhafte Elektronenform schien sich, wie die Aura einer Weibsperson, durch und wieder aus dem Professor heraus zu bewegen. Ulrich Urch war geängstigt, wollte den Raum verlassen. Er sah, wie der willenlose Professor die spitze Schreibfeder faßte und sie wuchtig in seine andere Hand trieb. Blut pulsierte aus verletzter Arterie, benetzte langsam den Tisch. Urch schleppte sich gelähmt vor Angst zu den Turmfenstern, wollte von daher entkommen. Keine Chance, ein Fall zur nächstliegenden Ebene wäre der sichere Tod gewesen. Höhnendes Gelächter füllte wieder den Raum. Der von Erszebeth „besetzte“ Körper Gustav Zachs begann, die Stahlspitze der Schreibfeder in die größer werdende Blutlache zu tauchen. Die andere Hand wischte das bereit stehende Tintenfaß wuchtig vom Tisch. Es zerschlug an der Wand. Das Schwarz ran, von der Schwerkraft enthoben, nicht zu Boden, sondern zog seine dunklen Strähnen zur Decke empor. Wimmernd kroch Urch zur Tür, war jedoch keines stärkeren Lautes mächtig. Erszebeth manifestierte mit dem roten Lebenssaft auf dem umliegenden Papier: Urch bemerkte panisch, daß eine nahezu unsichtbare Hand länger wurde, nach ihm sich streckte ..... eindrang in seinen leidgeprüften Kopf. Urchs Freund Karl, schlecht ahnend was vor sich ging, hörte ein dumpfes Krachen umstürzender Stühle. Erszebeth höhnte dem am Boden liegenden Urch in den inneren Gehörgang ihre wahnsinnigen Botschaften. Flüstern drang vor die Tür. “Ulrich Urch .... bist so schwach ..... komme er sich laben ... krieche heran wie ein Wurm zu mir … komm ..... stärke hole er aus dem Blute hier....“ Dem Abgrund noch nie so nahe wie jetzt, nicht mehr Herr seiner Sinne, faßte Urch eines der geschärften, am Boden liegenden Schwerter, schleppte sich zum Professor, faßte dessen Fuß, schob dessen Hose hoch, schnitt am Unterschenkel eine zweite Blutquelle. Rot drang es aus dem Fleisch, floß über die Hände des wahnsinnig gewordenen. Stöhnend wimmerte er, vom Blutwahn infiziert. Er strich über sein Gesicht, es benetzend mit dem warmen Rinsal, leckte dann wie eine Fledermaus an ihren Wirten, kostete an der Fußwunde selbst. Erszebeth säuselte vertrauensvoll: „Spürt er ...... wie gut es tut ... ich habe ihn ja so geschwächt ... saug er die Lebenskraft zurück .... die wir ihm genommen ... er hat es sich verdient ......... wir sind sehr zufrieden...“ (Kichern mehrer Stimmen) „Aus diesem Blute hier ... schreibe ich das Ritual ... oh Verbündeter ...... wirst es unten im Dom zelebrieren .... der große Hexenmeister seinem Schlafe enthoben wird ....... im heiligen Dom ........ dem großen roten Goooodt geweiht.“ Und lustvoll begann Erszebeth im Blute die Feder zu tränken ....

Aus Gustav Zachs Talisman entwich Rossmanns Energieelemental. Völlig aufgeregt erschien dieses aus Mentalstoff erzeugte Wesen im großen Magischen Spiegel, der des Magiers hellsichtiger Weltenschau dient. Rossman begann sofort, sein Bewußtsein zum Professor zu versetzten. Er traute seinen Augen nicht, ob der Dinge, die sich im Spiegel bildeten. Da hing ein knorriger alter Mann an seines Freundes Gustavs Fuß, leckte besessen mit rotverschmiertem Antlitz, während Zach, Tinte aus seiner eigenen Blutlache nährend, Botschaften verfaßte. Sofort war klar, hier ging es um das Leben des Professors. Lockenhaus war zu weit entfernt, um schnell dort zu sein. Sofort faßte Rossman einen gewagten Entschluß, nämlich seinen Körper mit einer Dematerialisations-Materialisations-Magie an Ort und Stelle zu transferieren, um dringend einzuschreiten. Dies war eine selten gebrauchte Magie, weil selbst bestens ausgebildete Eingeweihte mit größter Konzentration und Genauigkeit verfahren mußten. Das waren keine Mental- oder Astralkörperreisen, die dagegen leicht zu handhaben waren. Rossman zog am Boden sieben exakte Kreise. Markierte die entsprechenden Symbole und begann mit der Auflösungskonzentration. Er verfloß im wahrsten Sinne des Wortes ins Nichts. Nur ein in Geschwindigkeit geschultes Auge hätte wahrnehmen können, was in der Mitte des Burgherrenzimmers sich bildete. Zuerst skelettierte das Feste, dann folgte alles am Körper Flüssige aus dem Nichts . Das Luftnotwendige war mit der Bildung noch nicht fertig, als Rossmans Geistigkeit eintraf. In der Dringlichkeit aber war dem Magier ein Fehler unterlaufen. Esn fehlten ihm die Ohren. In allen Zellen war kein Gehör gebildet. Das war irgendwo im kosmischen Anreisekorridor verschwunden. Rossman sprang sofort aus dem ausgeschnittenen Innenteil des Tisches und trat den alten Urch zur Seite. Der krachte an die Wand. Mit elektrischen Schlägen, gebildet aus innerem Energiestau, schockierte er die Blutungen seines Freundes. Der rote Fluß begann stillzustehen. Über dem Körper Zachs zog er zweimal ein Pentagramm, um das fluktuierende Phantomfeld zu eliminieren. Vor Gustav Zach lagen bereits mehrere von Erszebeth verfaßte Seiten. Linkerhand sammelte sich ein See aus Blut. Den empörten Schrei Erszebeths, als sie aus dem Körper in den Kamin vertrieben war, konnte nur Karl hören. Der eine hatte kein Gehör. Der zweite war am Kopf aufgeschlagen und benommen. Der dritte hatte ohnehin keinen Funken Wahrnehmung in seinem Körper. Das änderte sich auch nicht, trotz Rossmans langfristiger magischer Bemühungen, den Professor wieder ins Wachbewußtsein zurückzubringen. Die Tür ließ sich wieder öffnen, so trat der treue Freund Karl ein. Fassungslosigkeit mischte sich mit schwerer Angst vor dem suspekten Mann ohne Ohren......... In der Suite „Maria Rosa“ saßen nun Rossman, Karl, der seinen mitgenommenen Freund pflegte, und der Körper von Gustav Zach. Es dauerte , bis Karl dem obskuren Mann, der aus dem Nichts erschienen war, Vertrauen schenken konnte. Rossmans Gehör war nicht für immer verloren. Es dauerte zwei bis drei Wochen komplizierter imaginativer Regenerationsmaßnahmen, bis es sich wieder einbilden sollte. Rossman war über die blutverfaßten Schriftstücke gebeugt, die der gepeinigte Urch hätte zelebrieren sollen. Er erkannte darin personenbezogene Grundzüge eines Ritus, der Tote lebend machen sollte. Er schloß aus diesem grausigen Schreiben auf die mögliche Existenz eines tief in der Erde verborgenen Tempelareals. Fanatischen blutkultischen Handlungen lag meist ein aktivierter Wahn zugrunde. Das konnte die unzähligen blindlings ausgeführten Morde der Erszebetha Bathory und ihrer Schergen erklären, möglicherweise ausgehend von einem vom Wahnsinn infiszierten Hexenmeister. Zunächst befahl der Magier unsicheren Ausdrucks, da er sich selbst ja nicht hören konnte, Karl und Ulrich Urch die sofortige Heimreise sowie striktes Verharren, bis man wieder Kontakt mit ihnen aufnahm. Nichts lieber als das verabschiedeten sich Urch und sein treuer Freund von dem Mann „ohne Ohren“. Als Urch und der Diener startbereit im Fahrzeug zur Abreise verharrten, begannen abermals unmerkliche Ladungsfluktuationen die Atmosphäre zu durchdringen. Verstärkt geistesabwesend fädelte Urch den langen Schnürsenkel seines robusten Schuhwerkes aus.... Magier Rossman begann mehrere ortsansässige Erdgeister nach Existenz und Eingang zu diesem möglichen unterirdischen „Dom“ zu befragen. Primär erhoffte er dort den nahezu scheintoten Professor in die normale Lebenstauglichkeit zurückzubringen... Urch bat seinen Freund Karl, das Fahrzeug in einen Seitenweg zu lenken. Als die Karosse stoppte, schwang der von Erszebeth wieder Besessene dem ahnungslosen Karl das Schuhband um den Hals und zog brutal zu. Nach dessen zuckendem Erstickungskampf schleppte er den Torso zu einem Baum, nahm das stets mitgeführte Abschleppseil und hängte Karls warme Leiche mit den Füßen obenwärts auf. Schnitt die Halsschlagader an, ließ das Blut sich in einem großen dichten Lederbeutel sammeln, verschnürte und packte diesen und verschwand in Richtung Hügel von Burg Lockenhaus.... In dem vom Magier vorbereiteten Sphärenfeld erschien der Vorsteher der Erdgeister, Xozeros. Das Wesen berichtete Rossman vom teils verschütteten Geheimgang, der im tiefen Brunnen der Burg begann und im Ort endete. Irgendwo dazwischen am Fuße des Burghügels gab es tatsächlich einen Steinverschlag, der einen weiteren, tief nach unten bohrenden spiralförmigen Wendelgang verbarg. Hinabreichend in eine dunkle Tiefe, wohin sich nicht einmal die hiesigen Erdgeister wagten... Rossman nahm des Zaches Körper in den Schlepptau. Träge trottete dieser hintenan. Inzwischen verlieh Erszebths „Inwesenheit“ dem schwächlichen Fürst Urch schier übermenschliche Kräfte, um die Verschüttungen zum Gang nach unten freizulegen. Als Rossman an der Stelle eintraf, die der Erdgeist als die günstigste definiert hatte, hatte der besessene Urch schon alle Arbeit getan. Rossman kroch durch die Öffnung, zog Zach an den Beinen nach, kam zum vorhandenen Geheimgang, fand im Lampenlicht das Steintor vor. Urch hatte vor kurzem das massive Portal halb geöffnet und war hinabgestiegen. Rossman schritt den spiralförmig angelegten Treppenschacht hinab. Ein minimaler Luftzug von keinem guten Geruch drang aufwärts. Selbst die Ratten denen er begegnete hatten eine natürliche Grenze, über die sie sich nicht mehr wagten. Fledermäuse ließen darauf schließen, daß es mögliche Belüftungsschächte gab. Teilweise drang Feuchtigkeit, wieder versickernd, aus dem schlimme Ahnungen verheißenden Gang. Wie erwartet endete das wahrscheinlich von unzähligen Sklaven errichtete Treppenwerk in einer Ebene. Verschiedene alte Symbole prägten das Eingangsportal zum ersten Raum, der - gotisch angelegt - spitz nach oben getriebene Wölbungen aufwies. Die uralten Baumeister entwarfen ein weiteres Portal, dem eine 100-stufige Treppe konisch nach unten folgte. Das Licht der Lampe schien im unendlichen Schwarz zu versickern. Professor Zach schlug durch seinen indisponierten schwankenden Gang an der Mauer ein Stück loses Gestein heraus, dessen Aufschlagsschall in einem riesigen Gewölbe im Unendlichen zu verhallen schien. Zusammengewachsene Tropfsteine ließen erahnen, daß einer riesigen natürlichen Höhle kunstvoll angelegte Bauten eingefügt wurden. In der Ferne dieses Dunkels erkannte Rossman ein flackerndes Lichtszenario. Vorsichtig bewegte er sich in diese Richtung. Als dieses unterirdische Tabernakel enger zu werden schien, erkannte er an den sich halbrund nach oben wölbenden bizarren Wänden unzählige vollständige menschliche Skelette. Aneinandergereiht, Stück für Stück, vielleicht sogar katalogisiert. Zu deren Füßen lagen kleine leicht gewölbte Gefäße. Manche der Totentorsen hielten diese in ihren knochigen Fingern. Rossman fiel auf, daß den meisten dieser Knochenmänner und -frauen die Schädeldecke abgetrennt war. Er stellte fest, daß die abgetrennten Kopfoberteile die Gefäße selbst waren. Darinnen befanden sich feinste schillernde Salze, womöglich waren es die dehydrierten Mineralstoffreste der Gehirne. Es hatte der Kräfte vieler Helfer bedurft und mußte Jahrhunderte gedauert haben, die vorhandene Menge an Menschenleichen hier in diesem seltsamen Unfriedhof an den Wänden zu verankern. Tauben Schrittes bewegte sich der Magier vorbei an nicht enden wollenden Skeletttronen, mit seinem nichts registrierenden Freund. Erszebetha, alias Ulrich Urch, war am zentralen Platz dieses Dämoniums hektisch beschäftigt, die Vorbereitungen des Erweckungsrituals zu Ende zu bringen. Jedes Geräusch verstärkte sich im Zentrum dieses bizarren Klangdomes zu Gewittergrollen. Ein runder Steinaltar mit 5 Metern Durchmesser stellte den Mittelpunkt dieses unterirdischen Superdomes dar. Der aus einem Felsen erzeugte Ritualtisch wies präzise eingravierte Kreise auf, die nach innen, in goldenschnittigen Proportionen, enger wurden. Die bizarren Symbole waren aus einer vorchristlichen Zeitepoche und dürften eine Sprache dargestellt haben. Nahe diesem Wunderwerke menschlicher (?) Schaffenskraft bildeten sich Höhlengänge, deren freie Stellen noch Skelette hätten aufnehmen können. Einige Meter oberhalb des Tisches befand sich ein spiralförmiger, spitz zusammenlaufender, einige Meter hoher, aufrecht verankerter Trichter, in dessen Endung ein geschliffener Rubin eingearbeitet war. Nahe dem Altar befanden sich mehrere aus Stein gehauene Throne. Im größten saß der vollkommen intakte, jedoch ausgetrocknete Körper des Hexenmeisters Szombory . Daneben die ebenfalls dehydrierten Leichen, wahrscheinlich der Anna Darvulia, der Dorothea Szentes, des enthaupteten buckligen Fickos, dessen Kopf sichtbar angenäht war, sowie weiterer soldatesker Schergen der Blutbande. Urch hatte rund um die kunstvollen steinernen Thronartefakte Kreise aus dem Blut des Dieners gezogen. Er begann, dem Hexenmeister dieses in die weit aufgerissenen vertrockneten Augen zu träufeln. Dann schrie er, vom Erszebethschemen umhüllt, das Totenerweckungsritual.: „ GROSSER HEXENMEISTER ...SZOMBORY..UNSER VATER....DER GRÖßTE KREIS SEI DIR GEWIDMET....ERRINNERE DICH DER GEHIRNE...AUS DEN KÖPFEN DU GEHOLT..GETROCKNET... ERRINNERE DER AUFGEBAHRTEN ARMEEN ...DIE WARTEN HIER IM DOM UM ALS HORDEN DER UNSRIGEN DAS GROSSE WERK ZU VOLLENDEN ..DEM HEILIGEN ROTEN GOOT GEWEIHT..ERWACHE.. Langsam aber stetig begann der entsetzliche langhaarige Torso, dessen Mund weit aufgerissen war, die Feuchtigkeit der Luft einzusaugen. Langsam wurden die Organe ihrer zerbrechlichen Trockenheit enthoben. Urch schleppte sich zu den anderen dehydrierten Körpern: „DEN BLUTKREIS ICH UM DICH ZIEHE.. GEWIDMET DIR..ANNA DARVULIA..GLORREICHE SCHLÄCHTERIN..LEBE LEBE LEBE....ERINNERE DICH AN DIE 12 IM KREISE AUFGEHÄNGTEN LEIBER IN DEREN EINGEWEIDEN DU GESUHLT... ERRINERE DICH AN DER JUNGFRAUEN BLUT...DAS DU IM KELCHE AUFGEFANGEN DEM GROSSEN ROTEN GOOD GEOPFERT...ANNA DARVULIA LEBE... ...FICKO BUCKLIGER BESCHRÄNKTER IDIOT...DIENER DES ROTEN GOODES...ERRINNERE DER HEERSCHAREN WEIBER DIE DU UMGEBRACHT...AUS DER NACHT HEIMGEKEHRT MIT STRANGULIERTEN KÖRPERN ...GEOPFERT DEM GROSSEN ROOOTEN GOOOD..lebe.. ...DORKO..DOROTHEA SZENTES..VERBRANNTE FRATZE..LEBE...AN HAAREN DU GEWEIHTE OPFER HERANGEBRACHT...DEREN BLUT WIR GETRUNKEN...... Das Licht der von Urch entzündeten Fackeln formten ein gespenstisches Spektakulum. Der Magier hatte seine Lampe ausgelöscht. So bemerkte der mit wahnsinnigem Ritualwerk befaßte Urch die Ankunft der beiden nicht. Die plötzliche beißende Trockenheit war auf den Hexenmeister zurückzuführen. Jedes nur erdenklich faßbare Wassermolekül wurde von diesem eingesogen. Sein grauenhafter Mund begann sich zu schließen. Er war nun „Fertig“. Murmelte in einer nicht verständlichen Sprache die ersten Worte seit Hunderten von Jahren. Mächtigen Schrittes ging er zu einem kleineren Steintisch, auf dem vielleicht Tausende Jahre alte Grimoarien lagen. Diese uralten Ritualwerke waren in einer zerbrechlichen Verfassung. Zauberbücher einer gewaltigen schwarzen Kunst, verfaßt von Handlangern einer dunklen obskuren Macht. Er faßte ein schweres verziertes handgeschmiedetes Schwert, näherte sich Ulrich Urch, der geifernd grinsend dastand, als sein Kopf, durch einen Schlag enthauptet, auf dem riesigen runden Altartisch landete und blutige Verzierungen bildete. Das war der Dank für seine fremdgesteuerte Unterstützung. Aus dem noch mehrere Meter schwankenden kopflosen Körper verflüchtigte sich die astrale Elektronenwolke der Erszebeth-Seele und ließ sich neben dem Hexenmeister nieder. Dieser faßte den Leichnam Urchs, begann ihn mit großen Kräften über seinem Kopf rotieren zu lassen. Die erzeugten Winde ließen die Fackeln flackern. Das Blut spritzte auf die ausgetrockneten, auf den Steinthronen sitzenden Körper. Der losgelassene ausgeblutete Körper Urchs krachte nahe der Füße Rossmans zu Boden. Dieser ahnte, daß es hier um mehr ging, als um seines oder Zachs Schicksal ... um viel mehr... Er durfte sich jetzt keinen Fehler mehr erlauben. Da er noch keine Taktik wußte, verbarg er sich zunächst . Offensichtlich hatte der gierige primitive bucklige Ficzko die größten regenerativen Kräfte. Er stieg als erster von seinem kühlen Thron und rannte raunend um das Altargebilde. Rossman spürte, wie auch seine Körperfeuchtigkeit abzuwandern begann. Die Wände, sogar der vor ihm liegende kopflose Urch, schienen in Minutenschnelle auszutrocknen. So massiv war der Feuchtigkeitsbedarf der Schergen des Blutkultes. Der taumelnde Zach löste aus der Höhlenwand mehrere Steine. Szombory ahnte, daß jemand eingedrungen war. Er begann mittels starker elektrischer Entladungen, die er aus einem Steinquader entstehen ließ, das Umfeld abzutasten. Das Ausmaß des geheimnisvollen Domes wurde sichtbar. Rossman erzeugte sofort um sich und Zach ein starkes halbkugelförmiges Energieschutzfeld, dass er aus einem auf den Boden geworfenen metallenen Talisman zog. Den hatte er in jahrelanger magischer Arbeit geladen und konnte diese „Batterie“ für allerlei Zwecke verwenden. Sogar intensivste Blitze schwerster Gewitter mußten daran abprallen. Alles keine Wunder für einen geschulten Magier... Nun jedoch erkannte der Hexenmeister durch das Reflektionsverhalten seiner „Suchblitze“ den Standpunkt der Eindringlinge. Die Wissenschaft seines uralten Hexerkollektivs nutzend begann er, ein senkrechtes Sperrgitter aus einer klebrigen elastischen Masse zu bilden. Das schoß vom überhängenden Felsen herab, verankerte sich rund um Rossman und Zach. Ficzko, der in der Nähe stand, griff das seildicke Gewebe an und wütete vergeblich, um davon loszukommen. Zornig baute sich der Hexenmeister vor dem undurchdringlichen verwobenen Trakt auf, fluchte in einer alten Sprache. Erstmals standen Magier und Hexer Auge in Auge. Blitzschnell stieß Szombory mit seinem Schwert durch den Freiraum zwischen den klebrigen spinnennetzartigen Seilen hindurch, wurde vom Schutzenergiefeld Rossmans wuchtig fünf Meter zurückgeworfen, erhob sich träge aber tobend. Rossmann entzündete eine der an der Wand befindlichen Fackeln und steckte den grausigen Ficko in Brand. Brüllend, um sich schlagend, sich immer mehr in den erbarmungslos klebrigen Seilen verfangend, brannte der Menschenfänger und Krüppel, bis er verkohlt darniederhing. Rossman erkannte an der Unversehrtheit der käfigförmig angelegten Seilkonstruktion, daß Brand ihr nichts anhaben konnte. Szombory erkannte die Qualitäten seines Gegners. Jetzt zog er seine schwersten Kaliber auf. Der gehörlose Rossman beobachtete, wie der Hexenmeister Ritual um Ritual vollzog, um an der großen steinernen Platte etwas zu bewirken. Aus der Anordnung der Bewegungen erkannte er, daß er etwas aus dem Kosmos heranholte, es verstärkte, zwischen der spiralförmigen Wendel und dem Steinrund zu verdichten begann. Zunächst bildete sich ein intensiv strahlender hellroter Punkt. Das Phänomen war begleitet von einem intensiver werdenden Dröhnen. Der Hexenmeister verlängerte mit seinem magischen Dolch das Gleißen des Punktes zu einem Kreis, den er dreidimensional zu einer hellrot strahlenden Kugel formte. Nun verstärkte er abermals die Intensität des Strahlungsfeldes, kniete davor massivst geblendet. War dies der Rote Gott ? Rossman erkannte die silouettenhafte Gestalt des Hexenmeisters, der schier im gleißenden Rot zu verschwinden schien. Langsam wanderte dieser gleißende rote Energiekugel zu den Knochenmännern und Frauen. Rund um die berührten Skelette bildeten sich rötliche Energienebel, die denen Lebenskraft zu geben schien... Es sollte nicht lange dauern, bis die ersten klapprigen Genossen kriechend vor Rossman auftauchten, nach ihm trachtend, wie der Sensenmann, wenn er die Berufenen über den Jordan holen kommt. Die ersten blieben kleben an den Seilen. Noch zerbarsten ihre knochigen Arme, nach den beiden greifend, im Energiefeld. Unzählige armlose, nicht harmlose, mit rotem schimmer umgebende Skelette verstellten Rossman nun die Sicht. Der begann seine Konzentration darauf zu lenken, sein elektromagnetisches Körperbatterieenergiefeld in eine explosive Information umzuformen, die der roten Energiequelle den Garaus machen sollte. Mit vollem Knall donnerte der Lichttorpedo in den „Roten Gott“. Ein kurzfristiges Aufblähen war die Folge, jedoch war keine Zerstörung des Phänomens ersichtlich. Szombory, flankiert von Anna Darvulia und Dorothea Szentes, delegierte die mehr werdenden Horden der Skelette. So standen Zach und Rossman da, der Willkür eines grausamen wahnsinnigen Hexenmeisters ausgeliefert, umringt von unzähligen Knochenmännern, die nur von klebrigen Seilen abgehalten wurden, ihr Endwerk zu vollbringen. Rossman erkannte an eigenartigen Bewegungen der Seile, daß hier großer Schalldruck im Dom herrschen mußte. Dies war auch an den vibrierenden Skeletten zu erkennen. Folgende Vermutung schoß dem selten in solche Schwierigkeiten geratenen Magier durch den Kopf: Dieses Phänomen, aus dem Weltraum herausaktiviert, war an sich neutral. Es war gut möglich, das es sich um ein mathematisch reines Partikel eines sogenannten roten Loches handelte. Der Weltraum war voll mit gelben, blauen, grünen, orangenen, violetten, weißen und schwarzen Löchern, die gewaltigste Materieverdichtungen darstellten, sogar masselose Lichtphotonen einsaugten. Die Zauberer und Hexer dieses Kultes, woher und wie alt auch immer, hatten vielleicht in naturforscherischer Neugier, mit großem Wissen, ein aus dem natürlichen Zusammenhang gerissenes Phänomen aktiviert, dessen strahlende Komponenten unzählige Personen in den Wahnsinn trieben. Zu reine intensive Strahlung deformierte den natürlichen Bezug zum Irdischen und artete in einem morbiden Blutwahn aus. In diesem Dom waren womöglich tausende Jahre Wirkens zur Huldigung eines Roten Gottes komprimiert. Eines erfundenen Gottes, dem seiner Farbe entsprechend Blut und noch einmal Blut geopfert wurde, dem zu Ehren sogar Leichen bestattet wurden, um diese Horden wieder auferstehen zu lassen, als Armee für welche Zwecke auch immer. Zugegebenermaßen war große Wissenschaft im Spiel, jedoch einer einseitigen Prägung unterworfen, dem „Rot wie Blut“. Die Macht des Hexenmeisters ließ einen Seilstrang nach dem anderen sinken, damit die Skelette nach vorn drängen konnten. Rossmann eröffnete sich eine Chance, nämlich die schräg nach oben. Er levitierte in nicht erreichbare Höhe, mußte wahrnehmen, wie Zach im zusammenströmenden Rudel der teilweise mit Dolchen bewaffneten Skelette umher geschoben wurde, faßte den Professor an den Haaren und schwebte mit dem doppelten Gewicht nach oben. Das war eine Grundübung aus dem vierten Lehrjahr Magie. Der wutentbrannte Hexenmeister stellte fest, daß sein Widersacher mit dem Anhängsel auf einem schwer erreichbaren Vorsprung der Höhle verharrte. Bevor er jedoch etwas unternehmen konnte wurde er von Rossmans kluger Taktik überrascht. Dieser nahm seine Energiebatterie , intonierte nicht die Information „zerstören“, sondern „schlagartig 20-fach verstärken“ und schleuderte sie in das „Rote-Gott-Phänomen“. Es funktionierte ....... das Dröhnen verstärkte sich schockartig ... die knallartige tonale Druckwelle zertrümmerte die losen Skelettronen. Der Hexenmeister ,Darvulia und Szentes wurden vom Altar gefegt, zerbarsten wie ein an die Wand geworfenes Glas. Rossman riss Zachs Körper hinter einen Felswulst, verbarg dessen und seine Augen. Eine tödliche Intensität an rotem gleißenden Licht und Ton fuhr durch den unterirdischen Dom. Schlagartig sackte das „Rote Loch Phänomen in sich zusammen, verursachte seinen letzten Knall. Im Schatten des Felsen konnten Magier Rossmann und Prof.Gustav Zach überleben. Das donnerartige folgende Beben wurde sogar in der großen Stadt im Seismologischen Zentrum registriert. Die eintretende Dunkelheit hätte kein Überlebender wahrgenommen, da das extreme Gleißen im Sehnerv und der entsprechenden Gehirnzone ein minutenlanges Nachglühen verursacht gehabt hätte. Teilweise brachen die Höhlenkammern zusammen, begruben endlich die Toten. Das herabstürzende große spiralförmige Horn stürzte auf den Altartisch, zerbarst wie eine Bombe, brach den Tisch. Alles das konnte Rossman weder hören noch sehen. Selbst sein jahrzehntelang trainiertes Imaginationsfeld war noch minutenlang ein einziges nicht abstellbares Lichtgebilde in der Komplementärfarbe von rot, trotz seines sorgsamen Verbergens der Augen. Er mußte seiner hellfühligen Wahrnehmung vertrauen, um so schnell wie möglich nach oben zu kommen. Sein Körper spürte massive Vibrationen. Er faßte Zach und strebte ahnend in Richtung Aufgang. Als er es tatsächlich geschafft hatte, die aufsteigende Wendeltreppe zu erreichen, spürte er, wie eine abrupt steigende, zähe Flüssigkeit ihn und Zach mit dem Ertrinkungstod bedrohte. Das rote Loch hatte im zusammenstürzen einen Riß in der Dimension verursacht. Etwas dem Blute ähnliches quoll wie ein gewaltiger Wasserfall aus dem scheinbaren nichts hervor, stieg im großflächig eingestürzten Höhlendom rasant, wie Wasser im Finalgebaren eines sinkenden Schiffes. Rossman, mit dem am Rücken gepackten Zach, wirbelte auf der schnell steigenden Flüssigkeit den Spiralgang nach oben. Er nutzte die Tragfähigkeit der Oberflächenspannung wie eine Wasserspinne. Als er mit ertrinkenden Ratten kollidierte, ahnte er den nahen Ausgang. Der gewaltige Druck, den die dem Blut ähnliche Flüssigkeit auf den Dimensionsriß ausübte, konnte diesen glücklicherweise verschließen. Langsam aber stetig begann das rote Naß in die Grundwasserströme abzusickern.........In einem verwirrten Sammelsurium von Ratten und Fledermäusen kroch Rossman mit seinem Ballast die letzten Meter zum Steinverschlag. Als er die Öffnung zum Freien passiert hatte, knallte er seine letzten zurVerfügung stehenden Kräfte in den von Urch gegrabenen Tunnel, der zusammenstürzte, und alles was da unten passierte verschloß und versiegelte. Jetzt konnte er sich Schwäche erlauben. Rossman zeigte sie und sackte zu boden. Er konnte den klaren Himmel der wolkenlosen Sommernacht bereits erkennen, spürte den leicht feuchten Boden des nächtlich sinkenden Taus, nahm die großartigen Gerüche der nahe wachsenden Kräuter wahr. Meteoritenschauer zogen über das Firmament. Flirrende Nachtfalter neckten seinen matten Körper. Grillenzirp und Froschkonzert durchdrang die von den umliegenden Wäldern geklärte Luft. Wie gerne hätte er das zu seinem wohlbefinden jetzt gehört .... Von welchen Reisen,Sphären und Welten er auch immer zurückgekehrt war, noch nie empfand er so ein Glücksgefühl, wieder zu Hause in der geborgenen Stabilität der Welt zu sein... Süßer regenerativer Schlummer überfiel ihn. Als er am Morgen erwachte, nahm er den regungslos stehenden Zach wahr. Schmetterlingsvölker verschiedener Buntheit umkreisten den Lächelnden. In folge reiste Rossman mit dem Professor zu Magier Laurin nach Prag. Im Zug wurde Zach von einer Schar bunter Punker, die zu einem Jahrestreffen reisten, ob seines eigenartigen Zustandes sekkiert. Der von einer Wanderung zum Speisewagen zurückkehrende grimmig blickende Rossman vertrieb die neckende Schar. Im zweiwöchigen Aufenthalt in Prag formte sich Rossman sein Gehör wieder aus. Professor Gustav Zach war bei Laurien in guten Händen. Der war Spezialist in Sachen „Voodoo- Zauber“ in allen seinen Ausformungen. Es gelang, das chemische, ins Gehirn und die Körperzellen eingefressene, die höheren Funktionen lähmende Salz zu bestimmen und herauszulösen. Dazu waren viel Wasser, Zeit und spezielle kabbalistische Vibrationen notwendig. Kaum den Schilderungen Rossmans glaubend ob der unglaublichen Vorkommnisse unter und in der Burg..... erinnerte sich Zach an nichts. Er spürte zwar den schwachen Zustand seines Körpers, konnte jedoch bald mit frischen Kräften seine Forschungen wieder aufnehmen. Die Geschehnisse waren noch lange im Gerede allerlei Magierkollegien bis weit über Europa hinaus ........ Elisabetha Bathorys astrale Seele jedoch war von der Vernichtung des Kultes nicht betroffen………....

Auszug aus dem Regiekonzept für „Der rote Gott“
Autor Kern Franz
Die Location, Burg Lockenhaus sowie der Entwurf eines unterirdischen Höhlendomes eröffnen hervorragende möglichkeiten für eine surreale - expressive Kameraführung, die gepaart mit der entsprechenden musikalischen Untermalung und dem dichten dramaturgischen Ablauf, jeder einzelnen Szene intensive Bedeutung verleihen. Der goldene Schnitt wird nicht nur im Bildgemälde erarbeitet, sondern auch im Zeitmaß des Schnittes, der nicht außschließlich hart gesetzt wird. An bestimmten Passagen wird die Expressivität mit „Filmschnitt durch „Keying“ bestens unterstützt. (Nicht kontiunierliches Überblenden sondern teilweises überfließen der Bildkompositionen mit gezielt gesetztem Musik oder Tonfluß) Das kommende Grauen wird im ersten Akt durch sorgfältige Symbolwahl in den Bildern stetig verdichtet. Zach und Rossman charackterisieren sich, was sie sind und was sie können, in einem sorgfältig ausgearbeiteten Dialog in Rossmans Villa, in der auch dessen „magischer Tempel“ gezeigt wird und die Sensibilisierung eröffnet, das Magie und geschulte Magier tatsächlich existieren. Der erste Akt gibt Einblick in das Leben eines Magiers, seines Schülers und beinhaltet keine parallelen Handlungsstränge. Er definiert klar und deutlich.: Es gibt Magie. Auch die Wissenschaft ist auf umständlichem Weg daran diese Kräfte und Wirkungen zu erkennen. Zach ist aus Leib und Seele Naturforscher und Rossman ein mächtiger charismatischer Mensch. Im hervorragend ausgearbeiteten Dialog der beiden Characktere in der symbolträchtigen Villa bündeln sich die Notwendigen Identifikationsqualitäten. Charme -Weisheit -Neugierigkeit - Intelligenz. Darstellung des ersten überraschenden Wechsels im Handlungsstrang (Plotpoint 1).: Die Großaufnahme eines Tropfens einer Flüssigkeit die aus einer seltsamen elektrischen Wolke austritt und fliegt. Die Großaufnahme des Auges von Gustav Zach, wie in Zeitlupe der Tropfen auf der Iris aufschlägt und sich die bessenmachende Elektrizität der Erszebeth breitmacht. Hier ist auch der Sprung vom subtilen dämonisch - mystischen Spannungsfeld, das bisher von der Nichtfassbarkeit lebte, zum expressiven Blutgemälde. Man sieht jedoch nicht, wenn Zach die Schreibfeder in seine Adern treibt, man hört es. Mann sieht auch nicht, wie Ulrich Urch mit dem Schwert den Fuß anschneidet. Man sieht seinen gierigen Wahnsinn nach Blut und hört es. Hier ist weniger mehr. Ebenfalls der präzise Einsatz der Tricktechnik. Hier wird nicht überladen. Jeder wirklich notwendige Effekt ist dramaturgisch prägnant und expressiv in der Kamerawahl......







Die Geschichte von Franziskus dem Eremiten




Franziskus der Eremit vergaß, sein Morgengebet zu sprechen... das war fatal, denn der Vorsteher der Wolkengeister empfand es als Skandal. „Oh Franziskus, wie kannst du nur, so trage nun die Folgen!“ Schon begann es, von weit her zu grollen... Vergeblich warteten heut morgen der Sammelsurien an Wesen, die Franziskus’ schöne Worte hören wollten. Elf und Fee, Erdgeist, Gnom, Kobold, Sylphe, Wölfe und Wassergeister, auch ebenfalls Zwerge sich um Franziskus’ Waldhütte balgten, ... vergeblich ... der Fanclub um die morgendliche Ansprach schallte. Der gute Eremit trabte ganz gedankenverloren, hatte keinen guten Schlag, der Wein, den er gestern mit der Senner Resi getrunken, war nicht gut vergoren. So schwankte er in seinen Zaubergarten, wo Eisenhut und Königskerz, Schierling und Bilsenkraut, Happelkraut und Hänfling, Johanniskraut und Minze fein im Morgentau dampften. Wie geht’s, beschallt er die Pflanzen. Diese jedoch begannen, im aufkommenden Wind zu tanzen. Schnell dunkelte der Himmel ein, grausiges Unwetter nun droht. Schnell hinein, Franziskus, sonst kommst du in Not. Der stolpert jedoch über einen Stein, ach Franziskus, trinke nie wieder Wein. Schon beginnen des Wettergottes Zorngeschosse herabzutorpedieren, der eisigen Hagel Wucht sich über Franziskus Bodenlag sich legt. In wenigen Minuten ist über ihm gar ein eisiger Panzer, Hagelschlossen in hoher Höhe, die Geisterschar verzweifelt ihren Liebling zu befreien sucht. Unten drin im Eis Franziskus denkt, es wird kalt und kälter, mir wär’s lieber heiß. Nun öffnet sich im Himmel ein Sonnenloch, schnell schmilzt im Moment des Eises Monument. Das Wasser treibt nun schnell hügelab wie ein Fluss, der Franziskus schon unterkühlt treibt wie ein Boot den Fluss entlang, es wird ihm etwas wärmer, trotzdem wird er immer ärmer. Denn er donnert als Treibgut an Baum und Pflock... „Eine Beule nach der anderen,“ denkt der neben ihm schwimmende Zwerg beim Hinuntertreiben in den Fluten vom Berg. Nun jedoch bleibt Franziskus in einem Sumpfe hängen. Dort beginnt ein Wesen der Verwesung, ihn nach unten zu ziehen, Schleimusius dem Mooreswesen ist’s egal, er sich alles holt, er keinen Respekt kennt. Der Eremit steckt bis zum Hals im Moor und verschwindet von der Welt. Die Geister kreischend ihren Franziskus nun versinkend sehen, als halbe Wesen sie zu wenig Kraft, um in der materiellen Welt zu wirken, jedoch Laurien, der Zwergenchef, das einzige Richtige tat, er schnell hat einen Hirsch geholt. Nun man nur mehr Franziskus’ Hände sieht, rundherum Luftblasen steigen, der Hirsch steht am Mooresrund, sein großes Geweih streckt zu der Hand. Diese im Reflex zupackt fest und der Hirsch sich nach oben streckt. Der modrige Schleimusius nun flucht, denn seine Beute wird ihm enthoben. Am Sumpfesgrunde tut er fürchterlich toben, die Helfergeisterschar im Chor spricht: „Grausiger Sumpfgeist, du kriegst unseren Franziskus nicht, weil uns sonst das Herz bricht!“ Der gute Eremit hängt nun voller Moder in des Hirsches Geweih, begleitet von der Helferschar, die Geisterlinge, bringt man ihn zur Hütte dar. Dort lässt man den Erschöpften nieder, oh Franziskus, trinke Wein nie wieder. Als gereinigt er nun voll im Leben erblüht, zum Entzücken der Geister er sofort laut spricht sein morgendliches Gebet und nicht mehr wieder vergessen tut, denn das täte ihm gar nicht gut. „Grüße gebiete ich Euch, Sterne, am indigoblauen Abendhimmel wir uns wiedersehen, Ehre Dir, Morgensonne, bringst allen Lebewesen Wonne, oh schillernder Morgentau, Freude Dir, klarem Himmelblau, Grüße den edlen Pflanzen Wesen, oh feines Konzert der Vögelein, Ehre auch dem Edelstein. Ehre dem Eiskristall, Beachtung dem rauschenden Wasserfall, Ehrfurcht vor dem Donnerknall, heilige Kraft dem Frühling, Sommer, Herbst und Winter, hier spricht Franziskus der Eremit, nicht immer spinnt er, geehrt sei Baum und Strauch, Liebe den Insekten auch, Heiligkeit der Spontaneität, die Kraft der Liebe nie vergeht, gesegnet sei die Karotte und der Sellerie im Garten draußen, die Nahrung der Menschen unerschöpflich gedeihet, mit Liebe sei die Erd geweihet. Der Fruchtbarkeit Lebenskraft hat das Menschenwesen geschafft. Oh Schöpferwesen, Grüße Dir, Deine göttliche Geometrie überall wirkt hier. So wünsche ich allem was ist einen schönen Tag, ich nun das tue, was ich mag!“






...Wilhelm Busch...




Der Weise, welcher sitzt und denkt Und tief sich in sich selbst versenkt, Um in der Seele Dämmerschein Sich an der Wahrheit zu erfreun, Der leert bedenklich seine Flasche, Hebt seine Dose aus der Tasche, Nimmt eine Prise, macht hapschie! Und spricht: "Mein Sohn, die Sach ist die! Eh' man auf diese Welt gekommen Und noch so still vorliebgenommen, Da hat man noch bei nichts was bei; Man schwebt herum, ist schuldenfrei, Hat keine Uhr und keine Eile Und äußerst selten Langeweile. Allein man nimmt sich nicht in acht, Und schlupp! ist man zur Welt gebracht. Zuerst hast du es gut, mein Sohn, Doch paß mal auf, man kommt dir schon! Bereits dein braves Elternpaar Erscheint dir häufig sonderbar. Es saust der Stab, dann geht es schwapp! Sieh da, mein Sohn, du kriegst was ab! Und schon erscheint dir unabwendlich Der Schmerzensruf: Das ist ja schändlich! Du wächst heran, du suchst das Weite, jedoch die Welt ist voller Leute; Vorherrschend Juden, Weiber, Christen, Die dich ganz schrecklich überlisten Und die, anstatt dir was zu schenken, Wie du wohl möchtest, nicht dran denken. Und wieder scheint dir unabweislich Der Schmerzensruf: Das ist ja scheußlich! Doch siehe da, im trauten Kreis Sitzt Jüngling, Mann und Jubelgreis, Und jeder hebt an seinen Mund Ein Hohlgemäß, was meistens rund, Um draus in ziemlich kurzer Zeit Die drin enthaltne Flüssigkeit Mit Lust und freudigem Bemühn Zu saugen und herauszuziehn. Weil jeder dies mit Eifer tut, So sieht man wohl, es tut ihm gut. Man setzt sich auch zu diesen Herrn, Man tut es häufig, tut es gern, Und möglichst lange tut man's auch; Die Nase schwillt, es wächst der Bauch, Und beld, mein Sohn, wirst du mit Graun Im Spiegelglas dein Bildnis schaun, Und wieder scheint dir unerläßlich Der Schmerzensruf: Das ist ja gräßlich!! Mein lieber Sohn, du tust mir leid, Dir mangelt die Enthaltsamkeit. Enthaltsamkeit ist das Vergnügen An Sachen, welche wir nicht kriegen. Drum lebe mäßig, denke klug. Wer nichts gebraucht, der hat genug!" So spricht der Weise, grau von Haar, Ernst, würdig, sachgemäß und klar, Wie sich's gebührt in solchen Dingen; Läßt sich ein Dutzend Austern bringen, Ißt sie, entleert die zweite Flasche, Hebt seine Dose aus der Tasche, Nimmt eine Prise, macht hapschie! Schmückt sich mit Hut und Paraplü, Bewegt sich mit Bedacht nach Haus Und ruht von seinem Denken aus.


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